Endlich räumt der russische Präsident Dmitri Medwedew ein, dass die Finanzkrise auch Wirtschaftsprobleme nach sich zieht. Wie Verena Diethelm in der Financial Times Deutschland berichtet wurde die russische Wachstumsprognose für das kommende Jahr bereits halbiert.
Der russische Präsident Dmitri Medwedew hat erstmals eingeräumt, dass die Finanzkrise in Russland auch die Realwirtschaft trifft. "Es ist heute eindeutig, dass sich die Krise leider vom Finanzsektor auf die realen Bereiche der Wirtschaft ausweitet", sagte er gestern. Er kündigte Staathilfen für bedürftige Unternehmen an.Auch die Weltbank geht davon aus, dass die Vernichtung von Börsenwerten in Höhe von insgesamt 1000 Mrd. $ - das entspricht 84 Prozent des russischen Bruttoinlandsproduktes des Jahres 2007 - negative Effekte auf das Wirtschaftswachstum in Russland haben wird."Die Auswirkung auf die Vermögen ist groß genug, um den gesamten Konsum zu betreffen", heißt es in einem Bericht der Behörde. Dazu komme noch der erschwerte Zugang zu Krediten.
Für 2009 hat die Weltbank daher ihre Wachstumsprognose für Russland auf drei Prozent halbiert. Durch die Krise kommt auch der Rubel zunehmend unter Druck: Einem Medienbericht zufolge haben Zentralbank und Regierung bereits die Abwertung beschlossen. Analysten sehen den Rubel bis Ende 2009 um 20 bis 30 Prozent schwächer.
(Quelle: Financial Times Deutschland vom 19.11.2008)