Die russische Wirtschaftswachstum geht zurück – wenn auch nur minimal. Wie Charlotte Bartels in der Financial Times Deutschland berichtet, ziehen ausländische Finanzinvestoren seit dem Kaukasuskonflikt massiv Kapital ab. Ein positiver Nebeneffekt über das Abkühlen der russischen Wirtschaft ist der geringere Preisdruck.
Erstmals seit fast vier Jahren waren in Russland Industriemanager in der Mehrheit, die von schrumpfenden Geschäften berichteten. Nicht alle Russen sind darüber unglücklich Russlands Wirtschaft wird sich merklich abkühlen. Darauf deuteten die jüngsten Umfragen unter Einkaufsmanagern der Industrie hin. Der entsprechende Index sank von 50,4 Punkten im Juli auf 49,4 Punkte. Ein Wert unter 50 Punkten bedeutet, dass der Wirtschaftszweig schrumpft - und das erstmals seit vier Jahren. Die Unternehmen erhielten so wenig neue Aufträge wie seit zehn Jahren nicht, und sie strichen Jobs. Schon länger verlangsamt sich das Umsatzwachstum im Einzelhandel – höhere Kreditkosten und langsameres Lohnwachstum würgen den Konsumboom ab. Da ist der fallende Ölpreis für Russlands Wirtschaft keine gute Nachricht, denn der Energiesektor macht immerhin fast ein Drittel der Wirtschaft aus.
Seit Beginn des Kaukasuskonflikts zogen nun auch noch Finanzinvestoren aus dem Ausland massiv Kapital ab. Doch während die Stimmung von Unternehmern wegen der nachlassenden Nachfrage schlechter wird, dürften sich andere freuen: "Die russische Regierung sollte über die Abkühlung der heißlaufenden Wirtschaft nicht allzu unglücklich sein", sagte Lars Rasmussen von der Danske Bank. Denn die Preise in Russland steigen rasant: Im Juli lag die Inflationsrate bei 14,7 Prozent. Dieser Druck auf die Preise dürfte nun abnehmen.
