Gerhard Schröder sollte um Verständnis und Sympathie für Gazprom und das Nord Stream-Projekt werben, doch nun wird der Ex-Bundeskanzler zum Problem: Statt eines Imagegewinns droht durch das Auftreten Schröders zunehmend ein Imageverlust.

Vom Werbeträger zum Imageproblem: Gerhard Schröder (SPD) entwickelt sich für die Betreiber der geplanten Ostsee-Pipeline zum Sorgenfall. Der Altkanzler ist Chefaufseher des umstrittenen Röhrenprojekts, das - am Boden des Meeres verlegt - ab 2011 zunächst 27 Milliarden Kubikmeter Erdgas pro Jahr von Russland nach Deutschland liefern soll. Weil jedoch Schröders Image in Deutschland und vor allem auch in Osteuropa stark angekratzt sei und er von vielen in erster Linie als Interessenvertreter des Kreml wahrgenommen werde, schade der vehemente Einsatz des Altkanzlers für das Projekt inzwischen mehr, als er nutze, heißt es aus deutschen Betreiberkreisen.
Mit geschätzten 250000 Euro pro Jahr wird der Politiker vergütet. Man wolle darauf einwirken, dass er weniger in Erscheinung tritt - was aber bislang offenbar am Geltungsdrang des Ex-Medienkanzlers scheitert.