Der Russland-Experte Alexander Rahr spekuliert, dass Medwedjew bei seinem Deutschland-Besuch am 5. Juni in den Gesprächen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel und Bundespräsident Horst Köhler die Bildung einer Energieallianz und die Frage der Visa-Bestimmungen thematisieren wird.

Der russische Präsident Dmitri Medwedew wird während seines bevorstehenden Deutschland-Besuchs am 5. Juni wahrscheinlich über die Bildung einer Energieallianz beraten. Das sagte der deutsche Russland-Experte Alexander Rahr am Montag.
Er denke, dass Medwedew in Deutschland weitere Schritte zum Aufbau einer Energieallianz erörtern werde, sagte Rahr bei der Präsentation seines Buches "Russland gibt Gas". Ein weiteres wichtiges Thema sei die Frage der Visa. Beide Staaten haben Rahr zufolge die Visaregelungen gegenseitig spürbar verschärft. Während Bürger vieler Staaten visafrei nach Deutschland einreisen dürften, müssten die Bürger Russlands und anderer GUS-Staaten in langen Schlangen anstehen.
Davor hatte das Presseamt des russischen Präsidenten mitgeteilt, dass Medwedew in Deutschland mit Kanzlerin Angela Merkel sowie mit Bundespräsident Horst Köhler zusammentreffen werde.
In seinem Buch prognostiziert Rahr die Gründung eines internationalen Gas-Kartells nach OPEC-Muster in diesem Oktober, an dessen Spitze der russische Regierungschef Wladimir Putin treten solle. Dem Experten zufolge muss Deutschland als Vermittler bei der Einbindung Russlands in das vereinigte Europa auftreten.