June 2008 Archives

Im Bezug auf einen möglichen NATO-Beitritt der Ukraine sind Moskau und Kiew schwer gespalten. Auch müssen die Ukrainer bald tiefer in die Tasche greifen um sich die Energielieferungen aus Russland leisten zu können.

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Russland hat die Ukraine erneut vor den Folgen eines von der Regierung in Kiew angestrebten NATO-Beitritts gewarnt. Russland will dann die Zusammenarbeit mit der Ukraine auf sensiblen Wirtschaftsfeldern beenden. Das sagte Regierungschef Wladimir Putin am Samstag nach einem Treffen mit seiner ukrainischen Amtskollegin Julia Timoschenko in Moskau nach Angaben der Agentur Interfax. Timoschenko wiederholte das Interesse ihrer Regierung an einer NATO-Mitgliedschaft. Die Ministerpräsidentin plädierte erneut für ein Referendum in ihrem Land über diesen möglichen Schritt. Umfragen in der Ukraine zeigen derzeit keine Mehrheit für einen NATO-Beitritt.

Timoschenko und Putin sprachen sich für eine engere Kooperation beider Länder bei der friedlichen Nutzung der Atomkraft aus. Neben den Ex-Sowjetrepubliken Kasachstan und Armenien werde künftig wohl auch die Ukraine im Internationalen Zentrum für Uran-Anreicherung im russischen Angarsk mitarbeiten, sagte Timoschenko. Dies sei «ein neues Kapitel in der Zusammenarbeit».

Putin sagte, er hoffe bei den Preisverhandlungen über russische Gaslieferungen in die Ukraine auf eine einvernehmliche Lösung. Nach Schätzungen des Chefs des Gazprom-Konzerns, Alexej Miller, wird die Ukraine künftig 400 US-Dollar pro 1000 Kubikmeter Gas zahlen müssen. Bisher zahlt das Land 179 Dollar.

(Quelle: dpa-Basisdienst)

Der Russische Erdgasriese Gasprom strebt danach, das größte und bedeutendste Unternehmen weltweit zu werden. Man begnügt sich auch nicht mehr mit der Rolle des Rohstofflieferanten und will weiter in die Wertschöpfungskette in anderen Märkten vorstoßen.

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1 000 000 000 000 (eine Billion) Dollar: So viel soll der russische Erdgaskonzern Gasprom in sieben bis zehn Jahren wert sein, wenn es nach den Plänen des Managements geht. Zurzeit wird das staatlich kontrollierte Unternehmen an der Börse mit rund 340 Milliarden bewertet – also ziemlich genau einem Drittel des angestrebten Wertes. Damit zählt Gasprom, das zu gut 51 Prozent im Staatsbesitz ist, aber schon heute bereits zu den Unternehmen mit der höchsten Marktkapitalisierung auf der Welt. Und dennoch ist Alexei Miller, der Vorstandsvorsitzende von Gasprom, überzeugt, dass die Aktien des Erdgaskonzerns noch unterbewertet sind.

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Die Frankfurter Allgemeine Zeitung befasst sich mit dem Konflikt um das britisch-russische Joint-Venture TNK-BP. Russische Aktionäre werfen BP Kungelei mit Gasprom vor, so die FAZ.

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Im Konflikt um den britisch-russischen Erdölkonzern TNK-BP ist es am Donnerstag zwar nicht zum erwarteten Eklat gekommen, doch die Auseinandersetzungen im Eigentümerkreis setzen sich fort. Die Hauptversammlung der TNK-BP Holding fand statt, auch die Vertreter der russischen Aktionäre nahmen daran teil. Seit einigen Wochen schwelt ein Streit zwischen dem britischen Erdölkonzern British Petroleum (BP) und dem Konsortium AAR, in dem die Interessen von drei russischen Aktionärsgruppen gebündelt sind. BP und AAR halten je 50 Prozent an TNK-BP Limited, die wiederum rund 95 Prozent an der in Russland registrierten TNK-BP Holding hält. Der Rest der Anteile befinden sich im Streubesitz.

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Christoph B. Schiltz schreibt in der Welt über den EU-Russland-Gipfel in Chanti-Mansijsk. Dort stehen u.a. Energiefragen und die Meinungsfreiheit in Russland auf der Agenda.

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Außer Spesen nichts gewesen - dies war in den vergangenen Jahren das Ergebnis vieler Spitzentreffen zwischen der Europäischen Union und Russland. Dieses Mal dürfte es anders sein. Das Treffen im sibirischen Chanti-Mansijsk könnte den Weg frei machen für einen Neuanfang in den Beziehungen. Daran sind beide Seiten interessiert. Die EU und Russland wissen, dass sie einander brauchen, um eigene politische und wirtschaftliche Interessen durchzusetzen. Auf der anderen Seite herrscht tiefes Misstrauen: Brüssel zweifelt daran, dass sich Russland an Vereinbarungen hält, Moskau wiederum sieht die EU als schwachen und tief gespaltenen Akteur an.

Das geplante neue Partnerschaftsabkommen könnte eine neue Vertrauensbasis schaffen, um dann später über Sicherheitsfragen, die "eingefrorenen Konflikte" im Kaukasus, über ein UNMandat für Friedensmissionen, beispielsweise im Kosovo, über Abrüstung und die Nicht-Verbreitung von Massenvernichtungswaffen zu sprechen. Der offizielle Startschuss für die Verhandlungen dürfte jetzt beim EU-Russland-Gipfel fallen.

Dort werden auch die Zukunft des neuen Kosovo-Staates und weitere Visa-Erleichterungen ein Thema sein. Ein konkreter Erfolg ist aber nur beim neuen Partnerschaftsabkommen zu erwarten. Darin soll es Vereinbarungen zur organisierten Kriminalität, zur illegalen Einwanderung und zum Menschenhandel geben. Im Mittelpunkt stehen jedoch Energiefragen. Mehr als 60 Prozent der russischen Exporteinnahmen stammen aus dem Verkauf von Erdöl und Erdgas. Die EU bezieht rund 44 Prozent ihres Erdgases und 27 Prozent des Rohöls aus Russland. Brüssel will vor allem Liefergarantien erreichen, Moskau Sicherheit bei der Nachfrage. Die Europäer werden aber auch versuchen, einen Verweis auf europäische Werte wie Meinungsfreiheit durchzusetzen - dies dürfte zu Problemen führen mit der wieder erstarkten Großmacht Russland.

(Quelle: Die Welt)

Thomas Wiede und Dirk Heilmann berichten über das von Russlands Präsident Medwedjew gesprochene Machtwort im Fall dermöglichen Beteiligung von TNK-BP am Gazprom zugehörigen Gasfeld Juschna Russkoje. Die Lage vor dem Aktionärstreffen der TNK-BP spitzt sich mehr und mehr zu. Die Auswirkungen einer gezielten Benachteiligung von BP könnten laut den Autoren verheerendere Folgen auf das Investitionsklima in Russland haben als die Zerschlagung des Ölkonzerns Yukos.

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Russlands Präsident Dmitrij Medwedjew hat erstmals öffentlich zu dem Konflikt zwischen den russischen und britischen Aktionären von TNK-BP Stellung bezogen: Kein staatlicher Energiekonzern werde sich bei dem Ölkonzern einkaufen, sagte er in einem Interview mit der Nachrichtenagentur Reuters am Vorabend eines wichtigen Aktionärstreffens. Russland werde nicht seinen Ölreichtum in riskanten Unternehmensbeteiligungen verspielen. TNK-BP gehört zur Hälfte BP und dem Konsortium AAR russischer Geschäftsmänner.

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Ein in der Duma zur Diskussion stehendes Gesetz zur Anrechnung der U-Haft auf die Haftdauer würde es Michail Chodorkowsky erlauben seine Haftstrafe bis zum nächsten Jahr abgesessen zu haben und gibt somit Anlass zu „vorsichtigem Optimismus“ beim ehemaligen Yukos-Chef.

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50 000 russischen Häftlingen, darunter auch ihrem prominentesten Vertreter Michail Chodorkowski, winkt die Freiheit, sollte die Duma eine entsprechende Gesetzesänderung annehmen. Der Vorsitzende des Parlamentskomitees für Zivil-, Straf- und Prozessrecht, Pawel Krascheninnikow, hat angeregt, dass künftig für jeden Tag im Untersuchungsgefängnis im Falle einer Verurteilung drei Tage auf die zu verbüßende Haftstrafe angerechnet werden sollen.

Damit würde sich für viele der gegenwärtig in russischen Lagern sitzenden 894 400 verurteilten Häftlingen die Haftzeit deutlich verringern. Sie haben meist zwei und mehr Jahre im Untersuchungsgefängnis verbracht, ehe ihr Fall überhaupt zur Verhandlung kam. In Einzelfällen waren es sogar fünf und sechs Jahre. Die Gesetzesänderung soll die Ermittlungsbehörden zwingen, ihre Fälle schneller zur Anklage zu bringen, heißt es zur Begründung der Initiative.

Kommt Krascheninnikow damit durch, hätte der Ex-Yukos-Chef Chodorkowski die Chance, im kommenden Jahr entlassen zu werden, weil er, so meint sein Pressezentrum, bereits dreieinhalb Jahre in Untersuchungshaft verbracht habe.

Der einstige Yukos-Chef Chodorkowski sitzt nach Jahren der Lagerhaft gegenwärtig erneut im Untersuchungsgefängnis der sibirischen Stadt Tschita, wo er sich auf einen zweiten Prozess vorbereitet. 2005 war er wegen Betrug und Steuerhinterziehung zu acht Jahren Lagerhaft verurteilt worden. Yukos, der damals größte und erfolgreichste Erdölkonzern Russlands, wurde zerschlagen. Beobachter vermuten politische Motive dahinter.

Während seines Deutschland-Besuchs hat Russlands Präsident Dmitri Medwedjew deutlich gemacht, dass auch er sich, ebenso wenig wie sein Vorgänger Wladimir Putin, vom Ausland in die Behandlung des Chodorkowski-Falls hineinreden lassen will. "Angelegenheiten des Vollzugs und der Begnadigung sollen nicht Gegenstand zwischenstaatlicher Verhandlungen sein. Das ist Ausdruck der Souveränität eines jeden Staates", sagte Medwedjew vor deutschen Wirtschaftsvertretern und Politikern Anfang Juni in Berlin. Chodorkowski habe indes wie jeder andere Bürger auch das Recht, ein Gnadengesuch einzureichen.

An eine rechtsstaatliche Lösung glaubt der Häftling Chodorkowski nicht, zumindest nicht in einem Justizwesen, das auf Anweisung von oben handelt. Er werde gegenwärtig ständig daran erinnert, "dass ich so lange im Gefängnis sitzen werde, bis eine besondere Verfügung ergeht", sagte Chodorkowski jüngst in einem Interview mit der Londoner "Sunday Times".

Als Urheber seiner Lage hat er den ehemaligen KGB-Offizier und gegenwärtigen Vizepremier Igor Setschin ausgemacht. Der 48-jährige Setschin, der unter Präsident Putin Vizechef der Präsidial-Administration war, ist zugleich Aufsichtsratsvorsitzender des Staatskonzerns Rosneft, der sich die Filetstücke von Yukos einverleibt hat. Chodorkowski beschuldigte ihn in dem Interview, Yukos "aus Gier" gestohlen zu haben.

Auch die neuen Anschuldigungen, die Chodorkowski im Falle einer Verurteilung weitere 27 Jahre Haft einbringen könnten, seien von Setschin inspiriert. "Die zweite Anklage wurde - wie die erste - von Igor Setschin organisiert", sagte er der britischen Zeitung. Präsident Medwedjews Ankündigung, er wolle mit dem in Russland allgegenwärtigen "Rechtsnihilismus" aufräumen, wurde von Freunden Chodorkowskis inzwischen dahingehend interpretiert, dass nun auch eine Begnadigung des einstigen Oligarchen möglich wäre. Der macht sich indes keine Illusionen, wohl wissend, dass Medwedjew dies ohne Putins Zustimmung nicht wagen wird.

Der Ausgang seines Falls werde davon abhängen, wie zügig der Präsident die angekündigte Justizreform beginne. "In einem unabhängigen Gericht kann nur ein totaler Idiot einer solchen Anklage zustimmen, wie sie gegen mich erhoben wurde", sagte Chodorkowski, der in den ersten Schritten der neuen Kreml-Mannschaft "Anlass zu vorsichtigem Optimismus" entdeckt.

(Quelle: Die Welt)

Unser Kooperationspartner von Reader's Edition berichtet, dass der russische Präsident Dmitri Medwedew sein Augenmerk verstärkt auf den Umweltschutz legt. Die großen Umweltprobleme des Landes seien eine Gefahr für die nationale Sicherheit und könnten Teile des Riesenreiches in 30 Jahren unbewohnbar machen, sagte der Nachfolger von Wladimir Putin am Wochenende.

“Unser Land befindet sich in einem Zustand der Bedrohung. Wenn wir uns jetzt nicht darum kümmern, könnten Teile unseres Territoriums in 10, 20, 30 Jahren unbewohnbar sein”, so Medewedew auf einer Stippvisite nach St. Petersburg, die live vom russischen Fernsehen übertragen wurde. Nach der insgesamt schwierigen postsowjetischen Umbruchphase der 90er Jahre sei es nun an der Zeit, sich dieses Themas anzunehmen. “Ökologe ist eine Frage der nationalen Sicherheit”, so Medwedew weiter.

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Der neue Kalte Krieg

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In seiner neuen Ausgabe analysiert Der Spiegel, wie das russische Militär seine globale Präsenz ausbaut und Milliarden in neue Waffen steckt. Die Frage, die sich einem dabei stellt: Wo sieht der Kreml heute den Feind, warum riskiert er einen neuen atomaren Rüstungswettlauf mit Washington?

Abends um elf, wenn sich der Mond in der träge fließenden Wolga spiegelt, wenn die Steppe die Wärme des Tages aushaucht, wenn die letzten Kneipen schließen in Jekaterinenstadt und Pokrowsk - den alten Provinzstädten am linken Ufer des Stroms, die heute Marx und Engels heißen -, dann macht sich Gennadij Stekatschow auf den Weg in die Weltpolitik. Und jeder kann es hören.

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Verfahren gegen den britischen Chef des Ölkonzerns / Angeblich fehlerhafte Arbeitsverträge und Verdacht auf Industriespionage

Von Sonja Zekri

Moskau – Im Streit um die Kontrolle über das russisch-britische Unternehmen TNK-BP erhöhen die russischen Behörden den Druck – und spielen den russischen Aktionären in die Hände. Wie jetzt bekannt wurde, hat die russische Arbeitsinspektion am 11. Juni ein Verfahren gegen das Management der Firma und TNK-BP-Chef Robert Dudley persönlich eingeleitet. Eine unangemeldete Überprüfung habe ergeben, dass TNK-BP gegen eine Reihe von Arbeitsschutzbestimmungen verstoßen habe, meldet die Agentur Interfax unter Berufung auf den Leiter der Behörde. In einem Arbeitsvertrag sei der Tag des Arbeitsantritts nicht vermerkt, in einem anderen der Zahltag des Gehalts, Mitarbeiter hätten sich nicht der erforderlichen medizinischen Untersuchung unterzogen. Diese Verstöße könnten eine Geldstrafe nach sich ziehen oder sogar die Ablösung von Führungskräften, sagte der Behördenleiter.

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Der Ölkonzern TNK-BP galt lange als Vorbild für ein erfolgreiches Joint Venture. Die Welt berichtet, dass die Partner nun in einer ausweglosen Krise stecken.

Der neue russische Premier Wladimir Putin hatte es nicht nur schon immer gewusst, er hatte es den Gründern von TNK-BP eigenen Worten zufolge auch gesagt: "Macht keine 50:50-Beteiligung. Vereinbart, dass jemand von Euch die Mehrheit hat!". Die britischen und russischen Anteilseigner an Russlands drittgrößtem Ölförderer hatten dennoch auf Gleichberechtigung gesetzt. Mit fatalen Folgen, wie sich nun herausstellt.

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Mark Krümpel verdeutlicht wie der Ölpreisanstieg dem russischen Konzern Gazprom in die Hände spielt und der Druck auf Versorger, die Endverbraucher im Ausland und Konkurrenten wächst.

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Gazprom hat wegen der drastischen Verteuerung von Rohöl die Umsatzprognose für das Auslandsgeschäft kräftig nach oben geschraubt. Der russische Staatskonzern erwartet im laufenden Jahr einen Anstieg der Exporterlöse um rund 60 Prozent auf 71,6 Mrd. $. Verbraucher müssten sich in Zukunft wohl auf weitere Preisrunden beim Gas einstellen, hieß es gestern aus Branchenkreisen.

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Der Konflikt zwischen Russland und Georgien bleibt offenbar weiterhin bestehen.

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Nach einem erneuten Grenzzwischenfall in der Konfliktregion Abchasien hat der russische Präsident Dmitri Medwedew am Mittwoch von Georgien «ein Ende der Provokationen» gefordert. Georgische Behörden hatten zuvor vier russische Friedenssoldaten kurze Zeit festgesetzt sowie deren Waffen und Fahrzeug beschlagnahmt. Der Kremlchef habe sich in einem Telefonat mit dem georgischen Präsidenten Michail Saakaschwili über «unzulässige Provokationen» gegen russische Friedenssoldaten beschwert, meldete die Agentur Interfax in Moskau. Saakaschwili habe seinem russischen Amtskollegen die Klärung des Zwischenfalls zugesagt.

(Quelle: dpa-Basisdienst)

Die hohen Energiepreise spülen immer mehr Geld in Russlands Kassen. Geld, das investiert wird, um die eigene Industrie zu modernisieren. Maschinen "made in Germany" profitieren von dieser Entwicklung.

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Die Nachfrage nach Maschinen "made in Germany" beflügelt den deutsch-russischen Handel. Laut Statistischem Bundesamt lieferte die deutsche Wirtschaft im ersten Quartal 2008 Waren im Wert von 7,5 Mrd. Euro nach Russland - 25,4 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Jens Nagel, Leiter der Außenwirtschaftsabteilung des Bundesverbandes des Deutschen Groß- und Außenhandels (BGA), sieht die realistische "Option, dass Russland noch in diesem Jahr China als wichtigsten Schwellenlandmarkt der deutschen Wirtschaft ablöst".

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Georg Watzlawek beschreibt wie insbesondere autoritäre oder tendenziell instabile Staaten von den steigenden Ölpreisen profitieren. Damit verbunden sei auch ein Machttransfer: Nicht mehr die großen Industriestaaten geben den Ton an, sondern die Herren des Öls.

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Verschwörungstheoretikern bietet der Welt-Ölatlas viel Material: Warum sind es die autoritären Regime dieser Welt, die auf großzügigen Vorräten an Öl, Gas und anderen lukrativen Rohstoffen sitzen? Warum sind die Demokratien so stark auf die Lieferungen eben dieser Despoten angewiesen? Die Frage ist brisant - weil der Ölboom zu einem gigantischen Wohlfahrtstransfer führt und die Machtbalance des Globus verändert.

Tatsächlich profitieren nicht nur die traditionellen Ölstaaten am Golf vom Energieboom - sondern mehr oder weniger suspekte Länder rund um den Globus: Linkspopulistische Regierungen wie die von Hugo Chavez in Venezuela, islamistische Staaten wie Iran oder autoritäre Staaten in Afrika, Zentralasien und eben auch Russland. Diese Ölstaaten sind tendenziell instabil, unberechenbar und fürchterlich reich. Ihre zum Teil erratischen Ankündigungen treiben den Ölkurs immer mal wieder auf Höchststände.

Basis der neuen Weltordnung sind die Ölreserven - die durch den Boom gewaltig an Wert gewinnen. Bei einem Preis von 200 Dollar je Fass wären die gesicherten Ölvorräte der Golfregion 95 Billionen Dollar wert - genug, um alle börsennotierten Unternehmen dieser Welt zu kaufen, errechnete Morgan Stanley. Bereits beim Preis von gut 130 Dollar findet jedes Jahr ein Wohlstandtransfer von zwei Billionen Dollar zwischen den Nettoimporteuren (also uns) und den Nettoexporteuren (den Suspekten) statt. Ein Teil fließt in Form von Aufträgen an die deutsche Industrie zurück, aber durch die anziehende Inflation und Wachstumsverluste zahlen wir drauf.

Damit verbunden ist ein Machttransfer. Nicht die großen Industrienationen, sondern die Rohstoffanbieter geben zunehmend den Ton an. Das spiegelt sich im aktuellen Krisenmanagement: Das G8-Finanzminister-Treffen blieb bedeutungslos, nun hoffen alle auf den Energiegipfel der Saudis am nächsten Wochenende.

Dabei zeigt sich die neue Machtkonstellation auf verschiedenen Ebenen. Die Industriestaaten hängen nicht nur von den Energielieferungen ab, sondern indirekt auch vom Kapital der Ölstaaten - das diese über die Staatsfonds in westlichen Unternehmen investieren. Zudem verlieren die Industriestaaten an Gestaltungsmacht. Zum Beispiel in Iran – das sich durch seine Bedeutung für den Ölmarkt politisch und militärisch unantastbar fühlt. Oder in der Wirtschaftspolitik: Trieb einst der IWF marktwirtschaftliche Reformen in aller Welt voran, so sind es heute die lateinamerikanische "Bank des Südens" oder direkt Hugo Chavez, die den Ton angeben.

(Quelle: Handelsblatt)

Unheimliche Unbekannte

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Für Michael Bauchmüller und Sonja Zekri scheint die Lage für ausländische Investoren, trotz Beteuerungen des russichen Präsidenten Medwedjew und des Vizepremiers Igor Schuwalow, weiterhin unsicher. Die Verfahren gegen das Joint-Venture TNK-BP und der anstehende Yukos-Prozess vor dem Ständigen Schiedshof in Den Haag gelten als Lackmustest für die von Medwedjew angekündigte wirtschaftliche Öffnung Russlands.

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Ob er noch einmal in Russland investieren würde? Richard Moncrief lacht kurz auf. "Ich glaube nicht, dass man mich ließe", sagt Moncrief in breitem Texanisch. Er hat nämlich, vereinfacht gesagt, Ärger mit Russland, seit über zehn Jahren schon, seit er Geld in ein Ölfeld des heutigen Gazprom-Konzerns steckte. "Wir sind Ölleute", sagt Moncrief, Chef der gleichnamigen texanischen Ölfirma. "Wir wissen, wie ein ehrliches Abkommen aussieht." Nur hielt sich die andere Seite nicht daran, sagt der Ölmann. Um mittlerweile zwölf Milliarden Dollar habe man ihn betrogen, die Summe steigt mit dem Ölpreis. Nun klagt er das Geld ein, aber nicht in Russland, sondern vor dem Berliner Landgericht; parallel versucht Moncrief es in Texas. Die Erfolgsaussichten sind allem Anschein nach bescheiden.

Russland, das ist offenbar vor allem für Energie-Investoren ein Zwischending zwischen El Dorado und Casino. Alle hofften auf die Rohstoffmilliarden - aber nur wenige ausländische Investoren kamen so weit. Manchen erging es wie Moncrief - sie flogen einfach raus aus dem Rennen. Moncrief hatte Mitte der Neunziger Millionen in die Erschließung des Erdgasfeldes von Juschno Russkoje gesteckt. Nach eigenen Angaben sagte ihm die Gegenseite, eine Gazprom-Tochter, dafür 40 Prozent an dem Feld zu.

Inzwischen ist die deutsche BASF an dem Ölfeld beteiligt, nicht aber Moncrief. "Gazprom hat nicht einmal versucht, ihn zu kündigen", sagt er. Moncrief gründete eine deutsche Tochterfirma, erfolglos hat er schon BASF und deren Tochter Wintershall zu verklagen versucht. Jetzt wartet er darauf, dass seine Klageschrift Gazprom überhaupt einmal zugestellt wird. Zuständig ist das russische Justizministerium, ein Zeitlimit gibt es nicht. "Das ist ein politischer Prozess", sagt einer der deutschen Anwälte Moncriefs. "Und er wird von den Russen politisch geführt."

Glaubt man Igor Schuwalow, gehören solche Übergriffe der Vergangenheit an. Schuwalow, Erster Vizepremier von Ministerpräsident Wladimir Putin und einst G-8-Sherpa, trat auf dem Sankt Petersburger Wirtschaftsgipfel mit einer Botschaft auf, die die Wirtschaftswelt in milde Begeisterung versetzte: "Wieder und wieder" müsse man sich ins Gedächtnis rufen, dass "der Schutz des Eigentums die wichtigste Aufgabe des Staates" sei, so Schuwalow. Der Staat müsse seinen Einfluss beschränken, die Zahl der Beamten an der Spitze der Staatskonzernen und der gigantischen Staatskorporationen verringern. Das klang gut.

Schuwalow gehört zu jenen Wirtschaftsliberalen, die unter Dmitrij Medwedjew, dem neuen "Manager-Präsidenten", auftrumpfen. Sie wissen, dass Russlands Wirtschaft ohne ausländische Investoren und Experten keine neuen Öl- und Gasquellen erschließen, sich nicht modernisieren kann. Sie wissen, dass ein ächzendes Bildungssystem und eine marode Infrastruktur, Ämterwillkür und Korruption Investoren abschrecken.

Die unheimlichste Unbekannte aber ist der Staat. Nichts illustriert das derzeit besser als der Fall TNK-BP. Einst war das britisch-russische Joint-Venture TNK-BP ein Vorzeigeobjekt für die Zusammenarbeit mit Investoren: Eine Hälfte der Aktien gehört der britischen BP, die andere aber einem Konsortium aus den drei russischen Unternehmern Michail Fridman, Viktor Vekselberg und Leonard Blavatnik.

Inzwischen vergeht kein Tag ohne Attacken, ohne sonderliche Wendungen. Die russischen Aktionäre werfen TNKBP- Geschäftsführer Robert Dudley die einseitige Begünstigung der britischen Aktionäre vor, kündigten eine Klage gegen ihn an wegen einer "illegalen" Aktionärsversammlung. BP hingegen spricht von "räuberischen Methoden". Am vorigen Dienstag jedenfalls war Dudley fünf Stunden lang zu einem Verfahren wegen Steuerhinterziehung verhört worden.

Der Ausgang wird viel über das Investitionsklima in Russland sagen. Sollte am Ende eines der großen Staatsunternehmen wie Gazprom oder Rosneft profitieren, wären die Versprechen der Liberalen nicht das Papier wert, auf dem sie verbreitet wurden. Ein Einstieg Gazproms sei "das Schlimmste, was passieren kann", sagt Schuwalow.

"Russland ist ein schwieriges Land, aber noch lange nicht das schwierigste unter den Transformationsländern", sagt der Vertreter eines großen deutschen Konzerns in Russland: "Man muss den Ansprüchen des Marktes gewachsen sein, den wirtschaftlichen und den politischen." Allerdings lautet auch sein größter Wunsch: ein besseres Justizwesen.

Wladimir Putin hatte die neue Wirtschaftsmacht genutzt, um Russland weltweit Geltung zu verschaffen – unter strenger Kontrolle des Staates. Als Präsident hatte er vor kurzem ein Gesetz über die Begrenzung ausländischer Investitionen in 42 strategischen Branchen unterzeichnet. Das sollte einerseits Rechtsklarheit schaffen. Andererseits war es so weit gefasst, dass selbst russische Politiker die Hände über dem Kopf zusammenschlugen. Walentin Sawadnikow, der Vorsitzender des Ausschusses für Industriepolitik im Föderationsrat, spottete, zu dieser Liste gehörten ja nicht nur Sicherheitsunternehmen, sondern auch Branchen, die aus reiner "Psychologie" aufgenommen wurden: "Als strategisch gilt da ein Wirtschaftsobjekt, wenn es mehr als eine bestimmte Anzahl Fotokopien im Monat macht. So etwas können nur Leute schreiben, die zu Sowjetzeiten Kopierer verboten haben!" Schuwalow sprach in Petersburg von einer Anweisung des Präsidenten, die Liste zu "verkürzen". Und die Wirtschaft schöpft vorsichtig Hoffnung.

Russlands Führung lockt mit fantastischen Wachstumsraten und riesigen Gewinnspannen. Derzeit liegt Russlands Volkswirtschaft auf dem 10. Platz, noch in diesem Jahr, so die Losung, werde man Großbritannien auf dem sechsten Platz ablösen, es in den nächsten zwölf Jahren sogar unter die ersten fünf schaffen. Doch nicht alle halten dies für realistisch. Jim ONeill, Chefökonom von Goldman Sachs prophezeit einen achten Platz bis 2020. Mehr nicht.

Und die Vergangenheit ist düster. Im November etwa wird der Ständige Schiedshof in Den Haag eine andere unangenehme Geschichte aufrühren: die zwangsweise Zerschlagung des Ölkonzerns Yukos. Die Yukos-Nachfolgerin GML, inzwischen eine leere Hülle mit finanzkräftiger Unterstützung, will die Föderation dort in die Knie zwingen. Streitwert nach vorsichtiger Schätzung: 50 Milliarden Euro. Kern des Streits ist die Europäische Energiecharta, die Russland zwar unterzeichnet, aber nie ratifiziert hat - und die eigentlich Investoren vor staatlichen Eingriffen schützen soll. "Russland hat die Charta gebrochen", sagt Tim Osborne, GML-Chef und derzeit unermüdlich in ganz Europa unterwegs. "Auch wenn sie sagen, sie hätten nur innere Angelegenheiten verfolgt." Damals sei es nur darum gegangen, ausländische Investoren aus dem Chodorkowskij-Unternehmen fernzuhalten. Doch selbst wenn GML Recht bekommt - es wäre der Auftakt einer Prozessflut, um überhaupt an Geld zu kommen. Osborne selbst war übrigens länger nicht mehr in Russland. "Ich bewege mich nur noch durch Länder, die mir sichere Passage garantierten", sagt er. Denn in Russland ermitteln die Behörden gegen ihn wegen angeblicher Steuerhinterziehung - in manchen Dingen nehmen sie es eben doch sehr genau. "Das ist ein politischer Prozess. Und er wird von den Russen so geführt."

(Quelle: Süddeutsche Zeitung)

Russland zählt 87 Milliardäre - mehr als überall sonst in Europa. Von gezähmten Pinscher mit Diamentenhalsband bis zu vermögenden Beamten im Chefsessel. Die Oligarchen von gestern sind etabliert, aber politisch zahnlos, befinden sich im Exil oder in Haft.

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Roman Abramowitsch ist kein Oligarch. Und Oleg Deripaska schon gar nicht. Oligarchie ist die Herrschaft der Wenigen, also meist die Herrschaft der wenigen Reichen. Forbes’ jüngste Liste der reichsten Europäer zählt in Russland zwar 87 Milliardäre, mehr als überall sonst in Europa (Deutschland: 59). Nur: Diese Milliardäre haben meist nichts zu sagen. Sie sind reicher als die erste Generation postsowjetischer Oligarchen wie die Medienzaren Boris Beresowskij und Wladimir Gussinskij oder der Yukos-Gründer Michail Chodorkowskij. Sie besitzen Fußballclubs und viktorianische Häuser im Londoner Stadtteil Belgravia, sie urlauben in Courchevel oder ankern ihre Yachten vor St. Tropez. Politisch aber sind sie zahnlos. Russlands prominenteste Reiche haben so viel Biss wie ein Pinscher mit Diamantenhalsband.

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Der Historiker Prof. Dr. Michael Stürmer ist überzeugt, dass die Energieabhängigkeit von Russland jeder Vernunft widerspricht. In seinen Augen belastet diese Abhängigkeit das verhältnis zwischen Deutschland und Russland entscheidend: Unsicherheit und Verlust sind die auffälligsten Folgen.

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Ist es gut, für einen lebenswichtigen Rohstoff von einem einzigen Lieferanten abhängig zu sein? Jede Vernunft rät davon ab. Selbst wenn es sich um mehrere Lieferanten handelt - man kann nie genug verlässliche Quellen haben. Warum ist das so? Leitungen können brechen, Pumpen blockieren, Gasfelder leer laufen. Und wie verlässlich ist das Interesse des Lieferanten, verlässlich zu sein?

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Alexander Rahr ist der Überzeugung, dass Russland ein vertrauenswürdiger Wirtschaftspartner für Deutschland und die EU ist. In diesem Artikel betont er, dass eine gegenseitige Abhängigkeit besteht. Ohne die Unterstützung der Europäer fehlt Russland das notwendige Geld für die Modernisierung des eigenen Staates - dies ist in seinen Augen der Grund, warum Russland den Gashahn nie zudrehen würde.

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Die Erdgasreserven der EU gehen zur Neige. In weniger als zwei Jahrzehnten wird Europa den Großteil des Erdgases aus Russland, Asien und Nordafrika einführen müssen. Es sei denn, die EU-Wirtschaften kehren wieder zur Atomwirtschaft zurück oder investieren Milliarden in alternative Energiequellen.

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16.6.2008: Welt am Sonntag: WIE VERTRAUENSWÜRDIG IST RUSSLAND?: Forsa-Umfrage zum Russland-Bild der Deutschen +++ 62 Prozent der Deutschen halten Russland für einen verlässlichen Wirtschaftspartner +++ Russland-Bild ist von vielen Klischees geprägt +++ Knapp die Hälfte der Deutschen hält die Berichterstattung der deutschen Medien über Russland für nicht objektiv +++ dpa: DAVID GEGEN GOLIATH - MEDWEDJEW WILL RUSSLANDS KORRUPTION BESIEGEN: Dimitrij Medwedjew hat sich an die Spitze des Nationalen Anti-Korruptionskomitees gestellt und übernimmt damit persönlich die Verantwortung für die Korruptionsbekämpfung +++ Medwedjew setzt sich für eine schnelle Einführung von Antikorruptionsgesetzen ein +++ Medwedjew will bürokratische Hürden für Unternehmen senken und so die für Korruption anfälligen Entscheidungsposten ausschalten +++ Der Korruptionskampf Medwedjews ist vor allem als Streben nach einer eigenen Machtbasis zu verstehen +++

Ein russisches Kriegsschiff wird an der Nato-Aktion "Aktive Endeavour" im Mittelmeer teilnehmen. Das wurde anlässlich der Eröffnung der Sitzung des Russland-Nato-Rates bekannt gegeben. Russland erhält damit die Möglichkeit, seine Bereitschaft zur Zusammenarbeit mit der Nato zu demonstrieren.

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Ein Schiff der russischen Kriegsmarine wird sich Ende August der Anti-Terror-Operation „Aktive Endeavour“ anschließen. Das teilte Nato-Generalsekretär Jaap de Hoop Scheffer bei der Eröffnung der Sitzung des Russland-Nato-Rates am Freitag mit, berichtet ein RIA-Novosti-Korrespondent aus Brüssel.

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Russlands Chefuntersuchungsrichter, Alexander Bastrykin, hat sich während seines Besuches in Straßburg mit Politikern des Europarates zu Gesprächen getroffen. Im Mittelpunkt standen Fragen zur weiteren Entwicklung der Rechtsstaatlichkeit in Russland.

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Der Leiter des Untersuchungskomitees bei der russischen Staatsanwaltschaft, Alexander Bastrykin, hat während seines Juni-Besuchs in Straßburg die Zusammenarbeit mit dem Europarat besprochen, teilte ein Amtssprecher des Untersuchungskomitees, Wladimir Markin, RIA Novosti am Freitag mit.

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Auf dem Internationalen Kongress der russischen Presse sprach sich Dimitrij Medwedjew erneut für die Einhaltung der Menschenrechte und der Pressefreiheit in Russland aus. Er forderte außerdem, die Verwendung der kyrillischen Schrift im Internet stärker zu fördern.

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Auf dem internationalen Kongress der russischen Presse in Moskau hat der russische Präsident Dmitri Medwedjew angekündigt, sein Land werde sich gegen die Verdrängung russischer Medien im Ausland wehren und sich für kyrillische Domain-Namen im Internet starkmachen. Ein nachhaltiges Interesse an russischsprachigen Medien zu kultivieren gehöre heute zu den Aufgaben von Staat und Regierung, sagte Medwedjew. Dabei bekannte er sich abermals zu den Grundwerten von Freiheit, gesellschaftlicher Verantwortung, der Einhaltung von Menschenrechten und Pressefreiheit. Über allem aber müsse die Vorherrschaft des Gesetzes stehen, erklärte er. Dass der russische Rechtsstaat die Presse durch Verleumdungsklagen knebelt, ließ das Staatsoberhaupt unerwähnt.

Vor zwei Wochen wurde die Zeitung "Komsomolskaja prawda" zu einer Geldstrafe und zu einer Gegendarstellung verurteilt, weil sie von Zwangsprostitution unter Armeerekruten berichtete, wovon geflohene Wehrdienstleistende dem Komitee der Soldatenmütter erzählt hatten (F.A.Z. vom 3. Juni). Der Militärstaatsanwalt, der die Vorhaltungen prüfte, fand angeblich nichts Belastendes. Zuvor war die Zeitung "Kommerssant" vom Moskauer Schiedsgericht zu einer Strafzahlung an den Rüstungskonzern Rosoboroneksport und zu einer Gegendarstellung verurteilt worden, weil sie vor Monaten ein Interview des russischen Finanzmanagers Oleg Schwarzman veröffentlicht hatte, worin dieser schilderte, mit welchen Methoden in Russland Privatbetriebe zugunsten von Staatsunternehmen geschröpft werden.

(Quelle: Frankfurter Allgemeine Zeitung)

BP sieht Kreml in der Pflicht

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Der Verwaltungsratschef von BP, Peter Sutherland, rief den russischen Präsidenten Dimitrij Medwedjew auf, in dem Konflikt um das britisch-russische Joint-Venture TNK-BP Stellung zu beziehen.

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Der Kampf um die Macht über den russisch-britischen Ölkonzern TNK-BP spitzt sich weiter zu. BP-Verwaltungsratschef Peter Sutherland rief gestern die russische Regierung auf, im Streit mit den russischen Großaktionären Flagge zu zeigen. Für den neuen Präsidenten Dmitrij Medwedjew sei dies eine Bewährungsprobe. Sutherland sagte in Stockholm, es gehe jetzt um die Kontrolle über das Unternehmen. Er bezichtigte die russischen Geschäftspartner räuberischer Methoden. BP und die Russen halten jeweils die Hälfte an TNK-BP, auf russischer Seite teilen sich die drei Milliardäre Michail Fridman, Leonard Blawatnik und Viktor Wechselberg die Beteiligung. BP und die Oligarchen streiten um die Auslandsstrategie des Joint Ventures, die Russen haben den CEO von TNK-BP, Robert Dudley, zum Rücktritt aufgefordert.

(Quelle: Handelsblatt)

Bundesumweltminister Sigmar Gabriel zog nach seinem zweitägigem Besuch in Russland eine positive Bilanz: Beide Länder haben konkreten Verabredungen für die weitere Zusammenarbeit getroffen. Die Steigerung der Ressourceneffizienz sei für die russische Regierung von hoher Priorität und Deutschland könne, so Gabriel, Russland mit seinen Erfahrungen und seinem technischen Know-How helfen, neue Energieeffizienz-Standards durchzusetzen.

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Bundesumweltminister Sigmar Gabriel sieht Deutschland und Russland in einer Modernisierungspartnerschaft. „Umwelt- und Energietechnologien aus Deutschland können einen großen Beitrag dazu leisten, die Energie- und Ressourcenintensität der russischen Wirtschaft deutlich zu reduzieren“, sagte Gabriel nach Beendigung seiner zweitägigen Russlandreise. In Gesprächen mit dem russischen Umweltminister Juri Trutnew, Wirtschaftsministerin Elvira Nabiulina und dem Ministerpräsidenten der Region Swerdlowsk, Kokscharow, habe er konkrete Verabredungen für die weitere Zusammenarbeit zwischen beiden Ländern getroffen.

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Europa und Gazprom sind von einander abhängig. Deshalb sind beide auf gute Beziehungen zu einander angewiesen. Von diesen Punkten ist der Vorstandschef von Gazprom, Alexei Miller, fest überzeugt. Doch verschiedene europäische Staaten würden die Geschäftsbemühungen des Konzerns behindern und eine Hetzkampagne betreiben.

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Der Vorstandschef des russischen Staatskonzerns Gazprom, Alexei Miller, hat Europa vorgeworfen, die Expansion seines Konzerns auf dem Kontinent zu blockieren. "Es gibt in Drittländern regelrechte Kampagnen gegen Gazprom", sagte Miller in Leipzig. Gazproms Versuche, Unternehmen zu kaufen, sorgten in Europa regelmäßig für Unruhe. "Aber wir wollen die gesamte Wertschöpfungskette von der Produktion bis zum Verbraucher besitzen", sagte er.

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12.6.2008: Frankfurter Allgemeine Zeitung: BP WIDERSPRICHT GASPROM: Mitarbeiter von BP widersprechen der "Untergangs-Prognose" von Gasprom, nach der sich der Ölpreis in absehbarer Zukunft verdoppeln werde +++ BP verweist auf den ausreichenden Bestand an Öl- und Gasreserven, der für die kommenden Jahrzehnte vorhanden sei +++ BP kritisierte, dass die OPEC-Staaten nur unzureichend auf den wachsenden Energiehunger reagiert hätte +++ Frankfurter Allgemeine Zeitung: MEDWEDJEW WILL EUROPA-VERTRAG: Da sowohl die Nato als auch die OSZE nicht dazu in der Lage seien, Fragen der Sicherheit in Europa zu lösen, fordert der russische Präsident Medwedjew ein europäisches Vertragswerk +++ Dafür solle ein Gipfeltreffen stattfinden, auf dem jeder Staat nur für sich spreche +++ Unabhängig vom Wahlausgang betonte Medwedjew, dass er weiterhin zu einem kooperativen und konstruktiven Dialog mit den USA bereit sei +++ Handelsblatt: OLIGARCHEN VERKLAGEN BP WEGEN TNK-BP: Der Streit unter den Aktionären des russisch-britischen Ölkonzerns TNK-BP erreicht einen neuen Höhepunkt +++ Die russischen Anteilseigner wollen vor ein internationales Schiedsgericht in Stockholm ziehen und eine Klage in Moskau einreichen +++ Ziel sei es, so die Nachrichtenagentur Reuters, die von BP entsandten Manager abzulösen +++ Die russischen Investoren erklärten die Gespräche mit BP damit für gescheitert +++ BP wollte bisher keine Stellungnahme zu den Entwicklungen abgeben +++

Meldungen russischer Zeitungen zufolge will der russische Milliardär Suleiman Kerimov Anteile an mehreren europäischen Banken erwerben. Angeblich will der achtreichste Mann Russlands auch neun Prozent der Deutschen Bank kaufen.

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Wie die russische Zeitung "Kommersant" unter Berufung auf Investmentbanker meldet, hat sich der achtreichste Mann Russlands bereits Ende 2007 mit rund drei Prozent an der Deutschen Bank beteiligt. Nun wolle er seinen Anteil auf neun Prozent aufstocken. Zur Finanzierung seiner Investitionen im Westen versilbere er seine milliardenschweren russischen Beteiligungen, schreibt die Zeitung. Der Mann der Kreml-Partei "Einiges Russland" habe bereits im großen Stil Aktienpakete des Gasmonopolisten Gazprom und der russischen Sberbank veräussert, um den Einstieg bei der Deutschen Bank zu finanzieren. Daneben habe er auch Anteile an den Schweizer Großbanken UBS und der Credit Suisse sowie der US-Investmentbank Morgan Stanley erworben. Zudem stehe er mit anderen reichen Investoren in Kontakt, um die gegebenenfalls ebenfalls an Bord zu holen.

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Dimitrij Medwedjew ist überzeugt, dass die Nato nicht alleine dazu in der Lage ist, die Sicherheit Europas zu gewährleisten. Deshalb spricht er sich für die Schaffung eines paneuropäischen Alternativbündnisses aus. Das zukünftige Verhältnis mit den USA betrachtet Medwedjew mit vorsichtigem Optimismus. Er betont aber, dass man an dem freundschaftlichen Dialog zwischen den Staaten in jedem Falle festhalten werde.

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In seiner ersten größeren außenpolitischen Rede seit seiner Amtsübernahme im Mai hat Russlands Präsident Dmitri Medwedew die Rolle der NATO kritisiert. Das transatlantische Verteidigungsbündnis sei nicht in der Lage, allein die Sicherheit in Europa zu gewährleisten, sagte Medwedew am Mittwoch auf einem Medien-Forum in Moskau. Als „Lösung“ schlug er ein „allumfassendes Abkommen“ unter Beteiligung aller europäischen Staaten vor. „Nur ein paneuropäisches Abkommen wäre auf einigende Prinzipien gegründet. Alle anderen Institutionen gründen sich auf trennende Prinzipien“, sagte Medwedew.

Mit den USA will Medwedew auch in Zukunft einen „konstruktiven und freundschaftlichen Dialog“ führen. Insgesamt sehe er die Beziehungen zwischen beiden Ländern „mit vorsichtigem Optimismus“, sagte der russische Staatschef. Moskau werde weiterhin konstruktiv mit den Vereinigten Staaten zusammenarbeiten, ganz gleich, wer künftig in Washington das Sagen habe.

Unter Medwedews Vorgänger Wladimir Putin und US-Präsident George W. Bush, der derzeit auf Abschiedstour durch Europa reist, durchlebten die Beziehungen beider Länder schwierige Phasen. Eine der größten Belastungen stellte das geplante US-Raketenabwehrschild in Osteuropa dar. Auch Medwedew kritisierte die Pläne, kündigte aber zugleich einen pragmatischen Umgang mit der Frage an.

(Quelle: Focus)

Der CDU-Außenpolitiker Andreas Schockenhoff spricht sich in dem folgenden Artikel für eine enge Zusammenarbeit mit Russland aus, die seiner Meinung nach für Deutschland von großer strategischer Bedeutung ist. Gleichzeitig fordert Schockenhoff eine eindeutige politische Linie der EU gegenüber Russland, denn dies würde einen vertrauensvollen Dialog vor allem bei Interessenskonflikten fördern.

Andreas_Schockenhoff2.jpgDer russische Präsident Dmitri Medwedew hat Deutschland mit seinem Besuch und seiner Rede in Berlin eine Schlüsselstellung im Verhältnis zwischen der EU und Russland eingeräumt. Das birgt die Chance, wieder neue Dynamik in unsere Beziehungen zu bringen. Wir haben ein Interesse an einem politisch und wirtschaftlich modernen Russland, mit dem die Beziehungen zu einer auf den universellen Werten basierenden strategischen Partnerschaft weiterentwickelt werden. Die Zusammenarbeit soll deshalb so eng wie möglich sein. Russland ist aufgrund seiner Lage und Größe, seines politischen und militärischen Gewichts, seines Energiereichtums und seines wirtschaftlichen Potenzials für uns von strategischer Bedeutung.

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Rückschlag für das europäische "Nabucco-Projekt": Der bisher wichtigste "Nabucco"-Partner Österreich gab gestern bekannt, dass man sich auch an dem Konkurrenzprojekt "South Stream" beteiligen werde. Damit gerät der Plan der EU, sich von der Energie-Abhängigkeit Russlands zu lösen wieder ins Wanken. CDU-Außenpolitiker Andreas Schockenhoff kritisiert, dass es der Energieaußenpolitik der EU an inhaltlicher Substanz und konkreten Verfahrensregeln fehlt.

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Eines der wichtigsten Energieprojekte der EU, die Nabucco-Pipeline, hat einen Rückschlag erlitten. Österreichs Wirtschaftsminister Martin Bartenstein gab gestern überraschend bekannt, dass sich sein Land zusätzlich am russischen Konkurrenzprojekt South Stream beteiligen werde.

Die EU treibt das Nabucco-Projekt voran, um ihre Abhängigkeit von Gasimporten aus Russland zu mindern. Die Pipeline soll Gas aus dem Nahen Osten und der Region um das Kaspische Meer unter Umgehung Russlands nach Mitteleuropa transportieren. Derzeit kontrolliert Moskau die Transportwege. In jüngster Zeit hat die EU mit Turkmenistan, dem Irak und Ägypten Vereinbarungen über Gaslieferungen für die Pipeline getroffen. Österreich, wo die Röhre enden soll, und der teilstaatliche Energiekonzern OMV galten bisher als wichtigster Nabucco-Partner.

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Die Internationale Energieagentur hat ihre Prognose zur Weltölnachfrage nach unten korrigiert. Die Abschaffung von Subventionen und der hohe Preis werden als Gründe für ein geringeres Nachfragewachstum angeführt.

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Die Internationale Energieagentur (IEA) hat ihre Prognose für die Weltölnachfrage gesenkt. Der Pariser Agentur zufolge soll die Nachfrage in diesem Jahr durchschnittlich 86,77 Mill. Barrel (je 159 Liter) erreichen, rund 70 000 Barrel weniger als im Vormonatsbericht. Grund für das geringere Nachfragewachstum sei die Abschaffung von Subventionen in zahlreichen asiatischen Schwellenländern. Dies dürfte den Verbrauch senken, teilte die IEA mit. Jetzt werde nur noch mit einem Anstieg von 800 000 Barrel pro Tag gerechnet. Dies sind 230 000 Barrel weniger als bislang angenommen. Auch der hohe Preis könnte sich laut IEA auswirken: "Die aktuelle Rally des Ölpreises könnte die Wachstumsaussichten beeinträchtigen." Gestern verharrten die Preise auf hohem Niveau. Das europäische Brentöl zog auf gut 137 Dollar je Barrel an. Laut Gazprom-Chef Alexej Miller könnte der Preis "in absehbarer Zukunft" sogar 250 Dollar erreichen. Die Citigroup hat ihre Brentölprognose nach oben gesetzt. Für 2008 geht sie nun von einem Durchschnittspreis von 116,60 (95,40) Dollar aus. 2009 soll der Preis sogar auf 122,50 Dollar steigen. Merrill Lynch rechnet in diesem Jahr mit 114 Dollar. Sorgen bereitet der steile Preisanstieg inzwischen auch der Organisation Erdöl exportierender Staaten. Opec-Mitglied Saudi-Arabien hat daher ein Öl-Krisentreffen vorgeschlagen, bei dem sich Produzenten- und Verbraucherländer an einen Tisch setzen sollen.

(Quelle: Handelsblatt)

Österreichs Wirtschaftsminister Martin Bartenstein kündigte überraschend an, dass über eine Beteiligung am South Stream-Projekt nachgedacht wird. Ursprünglich hatte Österreich die "Nabucco"-Pipeline favorisiert, um damit die Abhängigkeit vom russischen Erdgas zu verrringern.

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Der Winter 2006 versetzte weite Teile Europas in Angst und Schrecken. Die Ukraine weigerte sich, die von Russland deutlich erhöhte Gasrechnung zu begleichen, worauf der Kreml kurzerhand den Gashahn zudrehte. Womit nicht nur die Ukraine ohne Gas blieb, sondern auch das dahinter liegende Europa. Die Verbraucher merkten angesichts der prall gefüllten Speicher zwar nichts von den fehlenden Lieferungen. Der Politik war aber mit einem Schlag klar, über welches Drohpotenzial der Kreml verfügt.

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Nach einem Gespräch mit Bundesminister Sigmar Gabriel gab Juri Trutnjew, russischer Umweltminister, erste Maßnahmen zum Schutz der Umwelt in Russland bekannt. Geplant ist demnach ein System strenger Umweltstandards. Steuererleichterungen sollen Investitionen in den Umweltschutz fördern. Gabriel begrüßte diese Pläne und sicherte Russland seine Unterstützung beim Aufbau einer verlässlichen Umweltgesetzgebung zu.

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Russland will in den nächsten fünf bis sieben Jahren Ökosteuern einführen, um die Industrie zu mehr Umweltschutz zu bewegen. Das kündigte gestern der russische Umweltminister Juri Trutnjew in Moskau an. "Diese Zahlungen sollen die Betriebe überzeugen, dass es für sie wirtschaftlicher ist, neue und effiziente Technologien anzuwenden", sagte Trutnjew. Zudem solle ein System strenger Umweltstandards etabliert werden.

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11.6.2008: Handelsblatt: DEUTSCHE WOLLEN RUSSLAND BEIM ENERGIESPAREN HELFEN: Umweltschutz und Energieeffizienz sollen in den kommenden Monaten in den Mittelpunkt der Regierungsarbeit rücken +++ Geplant sind strikte gesetzliche Reglungen zum Schutz von Luft und Wasser +++ Durch die Einführung von Abgaben sollen Unternehmen dazu angeregt werden, neue und effiziente Technologien einzusetzen +++ Strom- und Gaspreise sollen angehoben werden, damit die Russen lernen, Energie effizienter einzusetzen +++ Bundesumweltminister Sigmar Gabriel will die Russen bei der Einführung von Umweltstandards unterstützen +++ Die deutsche Wirtschaft kann sich Gewinne durch den Bedarf an adäquater Umwelttechnik erhoffen +++ dpa: CHEF VON RUSSICH-BRITISCHEM ÖLKONZERN TNK-BP IN MOSKAU VERNOMMEN: Robert Dudley, Vorstandschef von TNK-BP, wurde am Dienstag stundenlang in einem Strafverfahren zu Steuerhinterziehungen vernommen +++ In den vergangenen Monaten war die Konzenzentrale von TNK-BP in Moskau mehrfach von der Polizei durchsucht worden +++ Vernehmung wird als weiteres Indiz dafür gewertet, dass der Kreml versucht, die Kontrolle über das Unternehmen zu gewinnen +++

Vertreter der Bundesregierung und des Deutschen Bundestags haben in Potschep zusammen mit den russischen Projektpartnern den Grundstein für eine neue russische Chemiewaffen-Vernichtungsanlage gelegt. In der Gegend um Potschep lagern über 67.000 Munitionskörper, die mit chemischen Kampfstoffen befüllt sind. Die Anlage ist bereits das dritte Großprojekt dieser Art, welches vom Auswärtigen Amt in Russland gefördert wird.

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Vertreter der Bundesregierung und des Deutschen Bundestages werden heute in Potschep, im Gebiet Brjansk der Russischen Föderation, gemeinsam mit den russischen Projektpartnern den Grundstein für eine neue russische Chemiewaffen-Vernichtungsanlage legen.

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Das jährliche Liefervolumen der Nord Stream-Pipeline soll nach Angaben von Gazprom mindestens 55 Millionen Kubikmeter umfassen, kann aber bei Bedarf weiter erhöht werden.

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Gazprom zieht eine Erhöhung der geplanten Leistung der nordeuropäischen Pipeline Nord Stream, die ursprünglich 55 Milliarden Kubikmeter jährlich betragen sollte, in Erwägung, teilte der Chef des russischen Gaskonzerns Alexej Miller am Dienstag mit.

„Nach dem Bauabschluss wird Nord Stream ein jährliches Liefervolumen von mindestens 55 Milliarden Kubikmeter auf europäische Märkte gewährleisten, darunter nach Belgien, Frankreich, Großbritannien und Deutschland. Bei Bedarf kann die Leistung der Pipeline weiter erhöht werden“, so Miller auf dem Europäischren Geschäftskongress in Frankreich.

Der Konkurrenzkampf um die Ressourcen nehme immer mehr zu. „Besonders hart konkurrieren untereinander die drei größten Märkte: Europa, Ostasien und Nordamerika. Für Gazprom ist das aber eine gute Nachricht, weil die Nachfrage nach Erdgas immer steigt“.

Die Pipeline Nord Stream soll Russland mit Deutschland über die Ostsee verbinden. Die erste Strecke (ca. 1200 lang) mit einer jährlichen Leistung von 27,5 Milliarden Kubikmeter soll 2010 in Betrieb genommen werden.

(Quelle: Ria Novosti)

Am Dienstag bricht der Vorsitzende des russischen Föderationsrats, Sergej Mironow, nach Polen auf. Die Reise Mironows soll zur weiteren Verbesserung der Beziehungen zwischen Polen und Russland beitragen. Thematisch stehen die interparlamentarische Zusammenarbeit, die bilateralen polnisch-russischen Beziehungen und die Entwicklung der regionalen Zusammenarbeit im Mittelpunkt der Gespräche.

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Der Vorsitzende des russischen Föderationsrats (Parlamentsoberhaus), Sergej Mironow, beginnt am Montag seinen Besuch in Polen mit der Besichtigung der Schiffswerft in Gdansk, des Solidarnosc-Museums und der Ausstellung "Wege zur Freiheit". Das teilte ein Sprecher der russischen Botschaft in Polen mit.

Am Dienstag wird der russische Föderationsratsvorsitzende in der polnischen Hauptstadt Warschau mit Senat-Marschall Bogdan Borusewicz, Sejm(Parlament)-Marschall Bronislaw Komorowski und Außenminister Radoslaw Sikorski zusammentreffen. Außerdem wird Mironow einen Kranz an der Gedenkstätte für die Sowjetsoldaten niederlegen, die während des Zweiten Krieges bei der Befreiung Warschaus gefallen sind. Anschließend wird er von Polens Premier Donald Tusk und von Präsident Lech Kascynski empfangen.

"In den polnisch-russischen Beziehungen zeichnet sich eine Verbesserung ab", sagte Borusewicz. "Dieser Besuch ist ein Zeugnis der Verbesserung der polnisch-russischen Beziehungen sowie dessen, dass Russland diese Beziehungen verbessern will", so der Senat-Marschall. "Wir werden über die interparlamentarische Zusammenarbeit, die bilateralen polnisch-russischen Beziehungen und die Entwicklung der regionalen Zusammenarbeit sprechen", fügte er hinzu.

Die Wirtschaftshochschule in Warschau hatte Mironow eingeladen, um vor Studenten über die polnisch-russischen Wirtschafts- und politischen Beziehungen sowie über die Energiesicherheit in Europa zu sprechen.

(Quelle: russland.RU)

Bisher war die englischsprachige Moskauer Zeitung "The eXile" kein Presseorgan, das man besonders ernst genommen hat. Deftige Geschichten, derbe Sprache und maximale Beleidigung durch politischen und gesellschaftlichen Spott - das sind die Markenzeichen von "The eXile". Eine aggressive ideologische Publikation ist die Zeitung eigentlich nicht, aber trotzdem drohen die russischen Medienkontrolleure nun mit Zensur.

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"Die einzige Alternative der Menschheit seit 1997" nennt sich die englischsprachige Moskauer Zeitung "The eXile". Das bunte Blatt, gegründet von einem Kalifornier namens Mark Ames, erscheint alle zwei Wochen - und ist berühmt wie berüchtigt für seine politisch inkorrekte Satire und seine derbe Sprache. Mit einer Auflage von 25.000 Exemplaren führt es durch das Moskauer Nachtleben, taucht ein in die Welt der Strip-Bars und Prostituierten, äußert sich aber auch zum politischen Geschehen – und schlägt dabei gern unter die Gürtellinie.

Letzte Woche hatte die Redaktion drei Stunden lang ungebetenen Besuch: Mitarbeiter des "Föderalen Dienstes für die Aufsicht über Massenkommunikation, Fernmeldewesen und Schutz des Kulturerbes" verhörten den Chefredakteur und verhängten für "administrative Versäumnisse" ein Bußgeld von 25 Dollar. Sie seien Hinweisen verärgerter Leser gefolgt, teilten die Beamten Ames mit. Sie hätten sich beschwert, sein Blatt würde "Russland herabwürdigen", sich "lustig machen über russische Kultur und russische Traditionen".

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Schock für Gas-Kunden: Das Bundesumweltministerium rechnet für dieses Jahr mit einer Verteuerung des Gaspreis um nochmals 40 Prozent. Der folgende Artikel enthüllt sechs Wahrheiten über das Zustandekommen des hohen Preises für Gas.

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Das teure Erdöl macht das Gas so teuer!

Die Preisbindung von Gas an Erdöl ist seit den 60er-Jahren eine internationale Vereinbarung der Branche – aber nicht gesetzlich verankert. Damit sollten die Gasbezieher eigentlich vor der großen Marktmacht der wenigen Gasproduzenten geschützt werden.

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10.6.2008: Süddeutsche Zeitung: BLOCK GEGEN DEN KREML: Die Anführer von vier rechtsextremen Organisationen gründeten eine gemeinsame Russische Nationalbewegung, deren Programm vor allem aus dem Kampf gegen illegale Einwanderung besteht +++ Die Bewegung will bereits an den nächsten Wahlen teilnehmen +++ Menschenrechtler betrachten das Ziel der Oppositionspartei "Russland den Russen" als Bedrohung für den gesamten Vielvölkerstaat +++ Rechtsextremismus und Rassenhass gehören zu den drängendsten Problemen in Russland +++ Seit Beginn dieses Jahres wurden 72 Menschen durch ethnisch motivierte Gewalt getötet +++ Handelsblatt: ROSNEFT VERSIEBENFACHT GEWINN DANK YUKOS: Der russische Ölkonzern Rosneft hat im ersten Quartal 1,62 Mrd. Euro Gewinn erzielt, siebenmal so viel wie im Vorjahresquartal +++ Der Zuwachs ist vor allem der Integration von Unternehmensteilen zu verdanken, die von Yukos übernommen worden waren +++ Frankfurter Allgemeine Zeitung: ZUSAMMENSCHLUSS GESCHEITERT: Gazprom und Russlands größter Kohleproduzent, Suek, haben die Gründung eines Joint-Ventures abgesagt +++ Als Begründungen wurden die Unsicherheit über die zukünftige Dynamik am russischen Elektrizitätsmarkt und die ungewisse Höhe erforderlicher Investitionen und Auflagen von Gazprom angeführt +++ Gazprom und Suek vereinbarten jedoch eine strategische Partnerschaft, um die Tätigkeit der Unternehmen in der Elektrizitätsbranche zu koordinieren +++

Auf einer zweitägigen Reise nach Moskau und Jekaterinburg will sich Bundesumweltminister Sigmar Gabriel für eine Vertiefung der umweltbezogenen Zusammenarbeit der beiden Länder einsetzen. Erst unter Ministerpräsident Wladimir Putin sind die gesamten Umweltzuständigkeiten in einem Ministerium zusammengefasst worden. Beste Voraussetzungen also, um über die Bewertung der UN-Naturschutzkonferenz und Fragen des Klimaschutzes zu diskutieren.

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Bundesumweltminister Sigmar Gabriel bricht am heutigen Montag (9. Juni) zu einer zweitägigen Reise in die Russische Föderation auf. Auf dem Programm stehen politische Gespräche in Moskau und Jekaterinburg. Gabriel wird begleitet von einer Wirtschaftsdelegation, Mitgliedern des Deutschen Bundestags und Vertretern von Umweltverbänden.

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Medwedjews Großeuropa

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Um die russische Wirtschaft zu modernisieren und die Gesellschaft zu verändern, ist Dimitrij Medwedjew auf Ruhe und Ordnung in den außenpolitischen Verhältnissen angewiesen. Während seines Besuches in Deutschland in der vergangenen Woche gab der neue Präsident Einblick in seine Vorstellung von einem "neuen" Europa.

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Russland braucht Ruhe an der außenpolitischen Front. Präsident Medwedjew will sie nutzen, um die Wirtschaft mit Hilfe westlicher Investoren zu modernisieren und die Gesellschaft so zu verändern, dass der eurasische Kontinent zu einem der besten Plätze auf der Welt für ein Leben in Freiheit und Wohlstand wird. Russisches Säbelrasseln wäre in dieser Lage kontraproduktiv. Daher fiel Medwedjews Berliner Rede vor deutschen Unternehmern und Politikern in der vergangenen Woche anders aus als die Münchener Brandrede seines Vorgängers Putin.

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Das russische Verhältnis zu Georgien und der Ukraine ist angespannt. Dennoch betrachtet Dimitrij Medwedjew die bestehenden Probleme als lösbar. Medwedjew warnt beide Staaten davor, aufgrund von Sicherheitsproblemen die Mitgliedschaft in der Nato zu suchen - dafür besteht in seinen Augen keinerlei Notwendigkeit.

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Es gebe weder in der Ukraine noch in Georgien Sicherheitsprobleme und daher keine Notwendigkeit einer Mitgliedschaft dieser Länder in der Nato. Das sagte der russische Präsident Dmitri Medwedew nach Angaben von Außenminister Sergej Lawrow gestern in St. Petersburg. Auf dem informellen Gipfel der Gemeinschaft Unabhängiger Staaten (GUS) warnte Medwedew auch davor, die Konflikte um die von Georgien abtrünnigen Regionen Abchasien und Südossetien mit einem Nato-Beitritt beenden zu wollen.

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Gerhard Schröder sollte um Verständnis und Sympathie für Gazprom und das Nord Stream-Projekt werben, doch nun wird der Ex-Bundeskanzler zum Problem: Statt eines Imagegewinns droht durch das Auftreten Schröders zunehmend ein Imageverlust.

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Vom Werbeträger zum Imageproblem: Gerhard Schröder (SPD) entwickelt sich für die Betreiber der geplanten Ostsee-Pipeline zum Sorgenfall. Der Altkanzler ist Chefaufseher des umstrittenen Röhrenprojekts, das - am Boden des Meeres verlegt - ab 2011 zunächst 27 Milliarden Kubikmeter Erdgas pro Jahr von Russland nach Deutschland liefern soll. Weil jedoch Schröders Image in Deutschland und vor allem auch in Osteuropa stark angekratzt sei und er von vielen in erster Linie als Interessenvertreter des Kreml wahrgenommen werde, schade der vehemente Einsatz des Altkanzlers für das Projekt inzwischen mehr, als er nutze, heißt es aus deutschen Betreiberkreisen.

Mit geschätzten 250000 Euro pro Jahr wird der Politiker vergütet. Man wolle darauf einwirken, dass er weniger in Erscheinung tritt - was aber bislang offenbar am Geltungsdrang des Ex-Medienkanzlers scheitert.

(Quelle: Focus)

Präsidiale Träume

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Auf dem Internationalen Wirtschaftsforum in St. Petersburg hielt Dimitrij Medwedjew seine erste hauptsächlich wirtschaftspolitische Rede. Für ihn ist Russland in den vergangenen Jahren zu einem "Global Player" aufgestiegen, was eine Neuordnung der globalen Finanzmärkte nach sich ziehen soll. Doch wird Russland seinem eigenen wirtschaftlichen Anspruch gerecht?

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Es hört sich gut an, was russische Politiker derzeit nach außen tragen: Der neue Kremlherr Dmitrij Medwedjew betont während seines Deutschlandbesuchs seinen Willen, den Rechtsstaat in Russland auszubauen. "Corporate Governance" klingt auf Russisch zwar etwas sperrig - "korporatiwna uprawlenje" -, das Wort kommt Regierungsmitgliedern und Unternehmensführern aber mit zunehmender Leichtigkeit über die Lippen. Das Wirtschaftsforum in St. Petersburg am Wochenende nutzte Medwedjew, um für Russland einen Platz unter den Finanzzentren der Welt einzufordern - und reklamiert gleich eine zentrale Rolle bei der Neuordnung der angeschlagenen globalen Finanzmärkte.

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9.6.2008: Frankfurter Allgemeine Zeitung: BEWEGUNG IM KONFLIKT UM TNK-BP: Der Vorstandsvorsitzende von BP, Tony Hayward, hat am Wochenende Gespräche mit den Gesellschaftern des Joint-Ventures TNK-BP aufgenommen +++ Hayward soll eine Eskalation des Streits unter den Eigentümern abwenden +++ Ausgangspunkt des Konliktes ist der Vorwurf der Russen, der ehemalige Vorstandsvorsitzende Robert Dudley würde die russischen Interessen nicht ausreichend vertreten +++ Nach den Gesprächen mit Hayward erklärte der russische Milliardär Wekselberg, er habe nicht vor, seine TNK-BP-Anteile an Gazprom oder Risneft zu verkaufen +++ Frankfurter Allgemeine Zeitung: RUSSLAND SIGNALISIERT NIEDRIGERE INVESTITIONSHÜRDEN: Nach einer Aufforderung durch Medwedjew wird die Liste der strategisch wichtigen Unternehmen verrringert +++ Igor Schuwalow kündigte an, dass die Anzahl von Staatsangestellten in Verwaltungsräten der staatlichen Unternehmen reduziert werde +++ Während des Internationalen Wirtschaftsforums in St. Petersburg gab Dimitrij Medwedjew bekannt, dass er Russland als einen "Global Player" betrachte, der internationale Verantwortung übernehmen werde +++ Medwedjew sprach sich in diesem Sinne für eine Neuordnung der internationalen Finanzwelt aus +++

Zum zwölften Mal findet in St. Petersburg das Internationale Wirtschaftsforum statt. Durch die Anwesenheit zahlreicher national und international wichtiger Persönlichkeiten und Unternehmen gewinnt das Forum jedes Jahr an Bedeutung. Das Zusammentreffen in St. Petersburg bietet Russland die Möglichkeit, seine politischen und wirtschaftlichen Beziehungen zu festigen und auszubauen und gleichzeitig das Image des Staates gegenüber möglichen Investoren zu verbessern.

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Von einem "Davos des Ostens" sprechen die Organisatoren des Internationalen Wirtschaftsforums in St. Petersburg. Und tatsächlich wird das Forum jedes Jahr wichtiger. Es soll Russland wirtschaftlich und politisch weiter nach vorn bringen.

Weiß blitzt die Jacht mit Namen Pelorus in der Petersburger Nachmittagssonne. Am Mittwoch hat sie Anker gelegt am Newa-Ufer, alle Medien der Stadt berichteten darüber und seitdem spazieren Stadtbewohner und Touristen hier vorbei, nicken bewundernd, machen Fotos und Filmaufnahmen. "Sie soll 300 Millionen Dollar gekostet haben. U-Boot, zwei Schwimmbäder, Kino - alles da", raunt ein junger Mann seiner Freundin ins Ohr. Die 115 Meter lange Pelorus gehört dem russischen Multimilliardär Roman Abramowitsch, der anders als der in Ungnade gefallene Oligarch Boris Beresowski, von den meisten Russen wegen seiner finanziellen Wohltaten im Land geachtet wird.

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Ende Mai forderte die Ukraine den Abzug der russischen Schwarzmeerflotte bis 2017. Nun warnte Russland die ehemalige Sowjetrepublik vor einseitigen Schritten, die die Beziehungen der beiden Staaten zueinander gefährden könnten.

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Russland hat die Ukraine vor einseitigen Schritten gegenüber der russischen Schwarzmeerflotte gewarnt.

Das teilte der russische Außenminister Sergej Lawrow am Freitag in Strelna bei St. Petersburg mit. "Die Vorbereitung des Abzugs der Flotte noch vor dem Ablauf des Vertrages über ihre Stationierung ist nicht das Herangehen, das wir von unseren Partnern erwarten", sagte Lawrow nach einem Treffen der Präsidenten Russlands und der Ukraine, Dmitri Medwedew und Viktor Juschtschenko. "Einseitige Schritte, die unter Verletzung der gültigen Vereinbarungen unternommen werden, sind für die Stabilität der Beziehungen nicht förderlich", fügte er hinzu.

Gemäß einem bilateralen Vertrag bleibt die Schwarzmeerflotte Russlands bis zum Jahr 2017 auf dem Territorium der Ukraine stationiert. Obwohl das Dokument verlängert werden kann und die Seiten diesbezüglich einen Dialog führen, hatte Präsident Juschtschenko am 20. Mai die zuständigen Stellen der Ukraine beauftragt, einen Gesetzentwurf auszuarbeiten, nach dem alle mit der Präsenz der russischen Flotte auf ukrainischem Gebiet zusammenhängenden Abkommen ab 2017 außer Kraft gesetzt werden.

(Quelle: Ria Novosti)

Nach Vorstellung von Dimitrij Medwedjew sollen Gas- und Ölpipelines, die durch Drittstaaten verlaufen, zukünftig von internationalen Konsortien betrieben werden. Mit der Umsetzung dieses Vorschlages würde Russland Zugang zu den Transit-Pipelines in der Ukraine erhalten.

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Der russische Präsident Dmitri Medwedew will Gas- und Ölpipelines durch Drittstaaten künftig von internationalen Konsortien betreiben lassen. Medwedew sagte am Donnerstag vor Wirtschaftsvertretern in Berlin, daran könnten Unternehmen aus Russland, der EU und den Transitländern beteiligt werden. "Dies würde die gegenseitige Abhängigkeit sichtbar machen, von der wir in Europa reden", sagte er laut Redetext.

Russland versucht bereits seit Jahren, Zugang zum Betrieb der Transit-Pipelines durch die frühere Sowjetrepublik Ukraine zu bekommen, über deren Gebiet der Großteil der russischen Gaslieferungen in die EU fließt. Russland deckt ein Viertel des Gas- und Strombedarfs in der EU. Russland wehrt sich zudem gegen EU-Regeln, die ausländische Unternehmen vom Zugang zu europäischen Transit-Pipelines ausschließen.

In seiner Rede bekannte sich Medwedew zu Reformen in seinem Land. "Russland ist aus der Kälte zurück", sagte er. Sein Ziel sei nicht nur ein Wachstum der Wirtschaft, sondern auch die Verbesserung der gesellschaftlichen Strukturen mit einer stark wachsenden Mittelklasse. Nur sie könne eine Demokratie stützen. Ein freier Markt und Offenheit nach außen machten die Veränderungen in Russland unumkehrbar. Damit entstünden nach dem Kalten Krieg nun die Bedingungen für eine wirklich gleichberechtigte Partnerschaft zwischen Russland, der EU und Nordamerika, sagte er.

(Quelle: Wirtschaftsblatt)

Ab 2009 muss die Ukraine für Gaslieferungen aus Russland deutlich mehr bezahlen als bisher. Kiew ist offenbar mit einer Verdopplung des Preises einverstanden.

%C3%96lpreis.gifDer Gaspreis werde sich bis zum 1. Januar 2009 «fast verdoppeln», sagte Russlands Aussenminister Sergej Lawrow heute anlässlich eines Treffens des russischen Präsident Dmitri Medwedew und seines ukrainischen Kollegen Viktor Juschtschenko am Gipfel der Gemeinschaft unabhängiger Staaten (GUS) in St. Petersburg.

Russland erhöhe die Preise für die Gaslieferungen mit dem Einverständnis Kiews. Grund für diesen Schritt seien die gestiegenen Kosten für Russland, sagte Lawrow. Zudem habe Juschtschenko ihm gesagt, dass es besser für die Wirtschaft seines Landes sei, wenn sich die Ukraine den Marktpreisen annähere, betonte Lawrow. Derzeit erhält Kiew von Moskau 1000 Kubikmeter Gas für knapp 180 Dollar.

(Quelle: tagesanzeiger.ch)

Ohne Berlin geht nichts

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Medwedjew muss Russland zurück auf den Weg zu Demokratie und Rechtsstaatlichkeit bringen, um die Beziehungen zur EU zu verbessern. Wichtigster Fürsprecher des Riesenreiches auf EU-Ebene ist Deutschland. Doch auch Deutschland wird einem neuen Partnerschaftsabkommen erst zustimmen, wenn Russland die Menschen- und Bürgerrechte achtet. Die Freilassung Michail Chodorkowskis wäre das richtige Signal, sagt Peter Königsberger in seinem Kommentar im Aar-Boten.

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Russlands neuer Präsident kommt zu allererst nach Deutschland, und er weiß haargenau, warum. Ohne die grundsätzliche Fürsprache Berlins ist für Moskau nämlich kein Fortschritt in den Beziehungen zur EU möglich. Deshalb macht Dmitri Medwedew der Kanzlerin artig seine Aufwartung. Zwar hat sich Angela Merkel vorgenommen, dem zumindest auf dem Papier neuen starken Mann klar zu machen, was der Rest Europas von ihm erwartet. Doch sie ist auch Chefin einer Großen Koalition, die noch eine Weile halten soll. Deshalb können die Themen Menschenrechte und rechtsstaatliche Defizite wohl nicht in der Intensität thematisiert werden, wie es sich die Union wünschen würde, sondern müssen ein gutes Stück weit diplomatisch verbrämt werden. Warum eigentlich? Nur, weil die SPD derzeit den Außenminister stellt? Das Verhältnis zwischen Deutschland und Russland ist doch mittlerweile so gut, dass offene Worte selbstverständlich sein müssten. Medwedew ist von Haus aus Manager und eben kein Ex-KGB-Mann. Seine Sicht der Welt dürfte deshalb naturgemäß eine ganz andere sein als die Wladimir Putins. Er weiß, dass sein Land nur dann in Europa auf Dauer als vollwertiger Partner akzeptiert werden wird, wenn er deutlich mehr Demokratie wagt. So lange Moskau Bürger- und Menschenrechte weiter verletzt, wird es kein neues Partnerschaftsabkommen mit der EU geben, da kann er der Kanzlerin noch so viele Komplimente machen. Ende Juni soll ein EU-Russland-Gipfel in Sibirien stattfinden. Genau dort sitzt mit Michail Chodorkowski Russlands prominentester Gefangener ein. Wie wäre es, wenn die Gipfelteilnehmer ihn als freien Mann begrüßen könnten?

(Quelle: Aar-Bote)

Bei seinem Besuch in Berlin am Donnerstag sprach sich Dimitrij Medwedjew gegen eine politische Einflussnahme seitens Deutschland auf den Fall Michail Chodorkowski aus: Die Unabhängigkeit der russischen Justiz müsse bewahrt werden. Der Zynismus in dieser Aussage ist kaum zu übersehen, war es doch gerade die Abhängigkeit der russischen Justiz, die Chodorkowski ins Gefängnis brachte.

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Von Recht und Gesetz versteht Dmitrij Medwedjew etwas. Russlands neuer Präsident, der am Donnerstag in Berlin seinen Antrittsbesuch absolvierte, ist Jurist. Eine Lanze für die Unabhängigkeit der Justiz zu brechen, ist eine seiner leichteren Übungen. Im Fall des zu acht Jahren Lagerhaft verurteilten Öl-Unternehmers Michail Chodorkowskij dürfe es keine politische Einflussnahme geben, sagte Medwedjew in Berlin. Die Zeiten, da die kommunistische Parteiführung die Urteile diktiert habe, seien vorbei. Das klingt schön und schlüssig. Medwedjew, so scheint es, präsentiert sich als Reformer, der es ernst meint mit der Rechtsstaatlichkeit.

Es kann sein, dass der frühere Juraprofessor tatsächlich von einem russischen Rechtsstaat träumt. Unstrittig ist, dass sich zahlreiche Kommissionen und Konferenzen in Russland demnächst diesem Thema widmen werden. Außer Frage steht aber auch, dass für Medwedjew nicht ohne weiteres die Unschuldsvermutung gelten kann. Das haben seine Äußerungen in Berlin gezeigt. Der Kremlchef hat nämlich darauf verwiesen, Chodorkowskij dürfe nicht durch politische Einflussnahme vorzeitig aus dem Gefängnis kommen. Das ist zynisch – schließlich wurde Chodorkowskij erst nach politischer Einflussnahme durch Medwedjews Vorgänger Wladimir Putin nach Sibirien geschickt.

Die Hoffnung auf einen Neuanfang im Verhältnis des Westens zu Russland ist nach den zuletzt frostigen Putin-Jahren verständlich. Medwedjew beflügelt diese Hoffnungen, wenn er von Reformen, von Demokratie und Rechtsstaatlichkeit spricht. Richtig ist, ihn beim Wort zu nehmen. Dazu gehört allerdings auch, genau hinzuhören.

(Quelle: Süddeutsche Zeitung)

Einmischung verboten

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Rechtsstaatlichkeit und der Kampf gegen die Korruption - dies sind die Ziele, die Präsident Medwedjew sich für Russland gesetzt hat. Ob es Medwedjew aber gelingt, diese Ziele zu erreichen, wird sich erst noch zeigen müssen. Im Fall Michail Chodorkowski, der als Ausdruck für die Missstände in Russland gewertet werden kann, hat sich Medwedjew allerdings jede Einmischung verbeten.

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Dmitri Medwedew hat für seine Amtszeit die richtigen Schwerpunkte angekündigt: Kampf für den Rechtsstaat und gegen die Korruption. Russland würde davon enorm profitieren. Deutschland als einer seiner größten Wirtschaftspartner ebenso.

Denn der Rückbau von Rechtssicherheit während der Putin-Jahre hemmt den Fortschritt. Wer für ordentliche Schulnoten der Kinder den Lehrer bezahlen muss, für die Ausnahme vom Wehrdienst den Militärarzt, für die offizielle Erlaubnis, ein Restaurant oder Ladengeschäft zu betreiben, die örtliche Polizei, dessen Kaufkraft ist geschwächt.

Für die Investitions- und Innovationskraft privater russischer Unternehmen gilt analog dasselbe. Denn das Wohlwollen von Regierung und Behörden will fast wie weiland in der Sowjetunion erkauft sein. Das bekommen auch deutsche Firmen zu spüren.

Rechtssicherheit, Entstaatlichung und Entpolitisierung der Wirtschaft - das wären beste Voraussetzungen, dass Deutschlands am schnellsten wachsender Auslandsmarkt seinen Aufwärtstrend verstetigt. Schade, dass Medwedew allzu große Hoffnungen schon gedämpft und sich ein mäßigendes Wort der Bundesregierung im Fall Michael Chodorkowski verbeten hat. Obwohl der Enteignung und Lagerhaft des früheren Energie-Magnaten alle Merkmale einer politisierten Willkürjustiz anhaften.

(Quelle: Neue Osnabrücker Zeitung)

Russland definiert sich als Staat zu einem nicht unerheblichen Teil über seine Wirtschaft. Der Glaube aber, die russische Wirtschaft sei unabhängig von der Politik, ist reine Illusion. Bürokratische Willkür, die Abhängigkeit von der Justiz und die Korruption beeinträchtigen den Geschäftsverkehr - die deutsche Wirtschaft hofft nun, dass sich unter Medwedjew an diesen Zuständen etwas ändern wird.

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Der Hoffnungsträger der deutschen Wirtschaft heißt Dmitri Medwedew. Beim ersten Staatsbesuch in Europa gab sich der neue russische Präsident in Berlin modern und reformfreudig. Selbst wenn sich Medwedew aber - wie er beteuert - für mehr Rechtssicherheit im Geschäftsverkehr einsetzt: Als Grundlage für eine erfolgreiche Partnerschaft reicht das nicht aus.

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Kurz vor dem Abschluss der Voruntersuchungen befinden sich vier Verdächtige im Gewahrsam der Polizei. Der Hauptverdächtige für den Mord an der Journalistin Anna Politkowskaja, der Kirgise Rustam Machmudow, befindet sich jedoch noch immer auf freiem Fuß. Die Kriminalabteilung des russischen Innenministeriums verfügt über keine Informationen, wo Machmudow sich aufhält, hat diesen jedoch international zur Fahndung ausgeschrieben.

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"Zurzeit verfügen wir über keine Informationen über seinen Aufenthaltsort, daran wird jedoch gearbeitet", sagte Iwanow.

Am Dienstag teilte der Sprecher des Ermittlungskomitees der russischen Staatsanwaltschaft, Wladimir Markin, mit, dass die Voruntersuchung zum Mord an der Reporterin Anna Politkowskaja bis zum 20. Juni abgeschlossen werde. Danach sollen ihm zufolge die Ermittlungsunterlagen Politkowskajas Familienangehörigen sowie den Tatverdächtigen zur Einsichtnahme vorgelegt werden.

Gegenwärtig befinden sich insgesamt vier Verdächtige in Untersuchungshaft: Sergej Chadschikurbanow, Ibragim Machmudow, Dschabrail Machmudow und Pawel Rjagusow. Ein weiterer Verdächtiger, Schamil Burajew, wurde am Dienstag aus der Untersuchungshaft entlassen, jedoch verpflichtet, seinen derzeitigen Aufenthaltsort nicht zu verlassen.

Anna Politkowskaja, die zuletzt für die Moskauer Tageszeitung "Nowaja Gaseta" gearbeitet hatte, war am 7. Oktober 2006 im Eingang ihres Wohnhauses in Moskau erschossen worden.

(Quelle: russland.RU)

Unser Mann für Moskau

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Der neue Verfassungsschutzbericht gab Auskunft über die Kehrseite der russisch-deutschen Beziehungen: Die russischen Nachrichtendienste sind im europäischen Vergleich in Deutschland am aktivsten. Der Stern berichtet ausführlich von einem Fall: Ein deutscher Ingenieur gab für Geld, Kaviar und Sex unter anderem technische Details über die Militärhubschrauber Tiger und NH90 an "russische Freunde" weiter.

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Das Spiel ist aus, das weiß Werner G. sofort, als die beiden Herren vor ihm stehen. Sie sind vom Verfassungsschutz aus München. G. ist nervös. Die scheinen alles zu wissen. Er verhaspelt sich. Sie nehmen ihn in die Mangel:

Spionage für Russland, das heißt fünf Jahre Knast. Was soll nun werden aus seinen beiden Kindern, dem Haus in Schliersee, dem Job als Fachbereichsleiter Technik bei einem Münchner Unternehmen für Hubschrauberflüge? G. bleibt nur eins: auspacken.

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Die deutsche Wirtschaft rollt den roten Teppich aus: Heute kommt Dimitrij Medwedjew nach Deutschland und die Vertreter der deutschen Wirtschaft setzen große Hoffnungen in den neuen Herrn im Kreml. Die deutsch-russischen Wirtschaftsbeziehungen sind derzeit so gut wie nie zuvor. Mit Hilfe einer "Modernisierungspartnerschaft" sollen die politische und wirtschaftlichen Beziehungen beider Staaten zueinander weiter ausgebaut und vor allem atmosphärisch aufgebessert werden.

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Wenn Russlands neuer Präsident heute vor die über 700 Gäste im Berliner Hotel Interconti tritt, kann er mit einem freundlichen Empfang rechnen. Zu der Vortragsveranstaltung, bei der Dmitrij Medwedjew vor der versammelten Wirtschaftsprominenz seine erste große außenpolitische Rede halten wird, hat unter anderem der Ostausschuss der deutschen Wirtschaft eingeladen. Und dessen Vorsitzender Klaus Mangold hält große Stücke auf den neuen Kreml-Herrn: Medwedjew sei ein Politiker, den man nicht unterschätzen dürfe. Und die deutsche Wirtschaft setze große Hoffnungen in ihn .

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Der Koordinator für die deutsch-russischen Beziehungen, Andreas Schockenhoff, setzt große Erwartungen in Dimitrij Medwedjew. Die Reden, die der Präsident nach seinem Amtsantritt gehalten hatte, bezeichnet Schockhoff als bemerkenswert. Den Worten müssen nun aber Taten folgen und Deutschland solle bei der Einforderung der Versprechen nach Ansicht Schockenhoffs eine Schlüsselrolle übernehmen.

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Erwarten Sie von Präsident Medwedew neue Akzente in den Beziehungen zu Deutschland und Europa?

Schockenhoff: «Medwedew wird am Donnerstag in Deutschland seine erste große außenpolitische Rede halten. Das bedeutet, dass er Deutschland eine Schlüsselstellung in den Beziehungen zu Europa einräumt. Wir haben die Chance, über die Verhandlungen zum Partnerschaftsabkommen zwischen Russland und der EU eine neue Dynamik in die Beziehungen hineinzubekommen. Auch Präsident Medwedew scheint daran ein Interesse zu haben.»

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Russland und Deutschland pflegen enge wirtschaftliche Beziehungen. Diese erfolgreichen Beziehungen werden Angela Merkel nicht davon abhalten, während des Besuchs von Dmitrij Medwedjew Missstände anzusprechen. Die Wirtschaft Russlands ist von einer widersprüchlichen Gesetzeslage und von Korruption gekennzeichnet. Deutsche Unternehmen beteiligen sich an diesem System, dass Medwedjew nun bekämpfen will.

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Als Russlands Präsident Dmitri Medwedjew gestern in Berlin eintraf, war dies erneut ein Beleg für die Vorzugsbehandlung für Berlin. Deutschland bleibt auch weiterhin Moskaus wichtigster Ansprechpartner in Europa. Erst fuhr der Präsident nach China - dann kam er nach Deutschland.

Mit dem Nachfolger von Wladimir Putin kam freilich eher ein Handlungsreisender denn ein Präsident. Kein Wunder, beide Länder sind wirtschaftlich eng verknüpft. Deutschland ist längst Russlands wichtigster Handelspartner, die deutsche ist in Russland mit Abstand die größte Wirtschaftsgemeinde.

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Während des Besuchs des russischen Präsidenten Medwedjew in Deutschland werden auch die Bemühungen um eine strategische Partnerschaft mit Russland im Mittelpunkt der Gespräche stehen. Der FDP-Bundestagsabgeordnete Michael Georg Link begrüßt diese Partnerschaft, gibt aber in einem Interview mit der tageszeitung auch zu bedenken, dass diese strategische Verbindung zwischen beiden Staaten nur funktionieren kann, wenn Russland sich aktiv an der Ausarbeitung von Vorschlägen beteiligt.

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taz: Herr Link, erwarten Sie, dass der neue Präsident Dmitri Medwedjew in der russischen Außenpolitik andere Akzente setzen wird?

Michael Link: Atmosphärisch tut er das ja schon. Dimitri Medwedjew tritt anders auf als Putin. Aber auch inhaltlich sehe ich schon neue Akzente. Zum Beispiel seine Ankündigung, das neue Mediengesetz zurückzuweisen, weil es die Medienfreiheit weiter einschränkt. Das ist ein erster konkreter Punkt.

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Noch immer herrscht Unklarheit darüber, wer im Kreml der eigentliche Herrscher ist. Viele fragen sich, ob Medwedjew die nötige Durchsetzungskraft besitzt, sich vom Einfluss seines Vorgängers Putin und den Kremlkreisen zu lösen und den innen- und außenpolitischen Problemen seines Landes Herr zu werden. Problematisch ist in jedem Fall, dass Medwedjew sich gegen die durchsetzen muss, auf deren Unterstützung er eigentlich angewiesen ist.

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Dmitri Medwedjew besucht Berlin. Wie mächtig aber ist der russische Präsident? Kurz nachdem er Medwedjew als Adoptiv-Zar benannt hatte, wurde Putin gefragt, ob er, künftig Ministerpräsident, ein Bild des Präsidenten im Dienstzimmer haben werde. Die Antwort: "Ich kenne Dima so viele Jahre. Ich brauche kein Bild." Im protokollbewussten Russland war dies ein Scherz von der drohenden Art.

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5.6.2008: Frankfurter Rundschau: OSTSEERAT GIBT GAS: Ostseeanrainer einigten sich beim 7. Gipfel des Ostseerats auf neue Investitionen in die Energie- und Verkehrsnetze +++ Geplant sind der Aufbau von grenzüberschreitenden Industrie- und Wissenszentren, die Stärkung der Infrakstruktur und der Abbau von Grenzhindernissen zur Stärkung der Mobilität +++ Finanziert werden sollen die Vorhaben über ein Förderprogramm der EU +++ Baltische Staaten betonten erneut ihre Angst vor einer Energieabhängigkeit von Russland +++ Vize-Premier Igor Schuwalow beteuerte, dass Russland "der zuverlässigste Energielieferant" sei und dies bleiben werde +++ Der deutsche Außenminister Steinmeier sprach sich für einen weiteren Ausbau der Zusammenarbeit im Bereich Bildung aus +++

haibach-ktw.gifVor dem anstehenden Deutschland-Besuch des russischen Präsidenten Dmitri Medwedew fordert der CDU-Politiker Holger Haibach, stellvertretender Vorsitzender des Menschenrechtsausschusses des Deutschen Bundestags, dass die russische Staatsführung beim Wort genommen und der Fall Chodorkowski überprüft werden soll. Darüber hinaus mahnt er eine Reform des russischen Justizsystems, damit dieses rechtsstaatlichen Ansprüchen genügt.

Holger Haibach: Russische Staatsführung beim Wort nehmen

Fall Chodorkowski muss neu geprüft werden

Angesichts der jüngsten Äußerungen der russischen Staatsführung zu dem Fall des seit 2003 inhaftierte Öl-Managers Michail Chodorkowski erklärt der CDU-Bundestagsabgeordnete: „Präsident Medwedew und Premier Putin werden sich nicht nur an ihren Worten, sondern an ihren Taten messen lassen müssen. Der Ankündigung, möglicherweise Haftentlassung oder eine Verlegung in ein Moskauer Gefängnis zuzulassen, muss eine konkrete Überprüfung des Falls folgen“.

Michail Chodorkowski wurde 2003 unter falschen Anschuldigungen verhaftet und im Jahr 2005 zu neun, später acht Jahren Lagerhaft in Sibirien verurteilt. Internationale Beobachter hatten das Verfahren als unfair bezeichnet und als politischen Prozess angesehen. Chodorkowski war zum Verhängnis geworden, dass sein Ölunternehmen Yukos westliche Kontakte hatte und er sich selbst öffentlich als politischer Gegner Putins gezeigt hatte.

Staatspräsident Medwedew und Regierungschef Putin sollten daher all ihren Einfluss geltend machen, um eine deutliche Verbesserung der Situation von Michail Chodorkowski zu erreichen, so Holger Haibach weiter.

„Ich bin überzeugt, dass Bundeskanzlerin Angela Merkel den Besuch von Präsident Medwedew nutzen wird, um den Fall anzusprechen und auf eine Freilassung oder zumindest Hafterleichterung zu drängen“, führte der CDU-Abgeordnete aus. „Leider gibt es im russischen Justizapparat weiterhin erhebliche Defizite, sodass die Verurteilung nicht hatte unabhängig geprüft und gegebenenfalls revidiert werden können. Dies erklärt auch, warum die Entscheidung über Änderungen für Michail Chodorkowski aus dem Kreml und nicht aus einem Gerichtssaal kommen wird. Russland muss sich endlich von seinem System der politischen Justiz lösen und
eine rechtsstaatlichen Ansprüchen genügenden Rechtssprechung einführen.“

Holger Haibach hoffe, im Rahmen einer für den Juli geplanten Dienstreise des Menschenrechtsausschusses des Deutschen Bundestages, der er als Delegationsleiter auch angehöre, das Thema bei verschiedenen russischen Stellen auch ansprechen zu können. „Wir haben viele Punkte über die wir mit unseren russischen Partner sprechen wollen, Michail Chodorkowski wird sicherlich einer von diesen sein“, so Holger Haibach weiter.

Russland und Deutschland profitieren von den guten Wirtschaftsbeziehungen zueinander: Russland ist für Deutschland der am schnellsten wachsenden Exportmarkt, die Bundesrepublik ist für Russland der wichtigste Handelspartner. Deutsche Unternehmer betrachten diese wirtschftlichen Beziehungen überwiegend positiv und hoffen auf Kontinuität unter Medwedjew.

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Ein neuer Anfang bedeutet nicht automatisch eine Abkehr von alten Gewohnheiten. Geschäftsleute erwarten nach dem Machtwechsel in Russland von Wladimir Putin zu Dmitri Medwedjew eher Kontinuität als Kurswechsel.

"Die deutsche Wirtschaft setzt große Hoffnungen in den neuen russischen Präsidenten", erklärte Klaus Mangold zur Amtseinführung von Dmitri Medwedew Anfang Mai. Wenn nun die Rede auf den neuen Kreml-Herrn kommt, hält sich der Vorsitzende des Ost-Ausschusses der Deutschen Wirtschaft lieber bedeckt. Eine offizielle Prognose, was Medwedews Präsidentschaft für die Welt und die Wirtschaft bedeutet, möchte er vor dessen Besuch in Berlin nicht abgeben.

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Nach Aussage von Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier gab es während des 7. Gipfels des Ostsee-Rats keinen Widerstand gegen den Bau der Nord Stream-Pipeline. Polens Regierungschef Donald Tusk verwies dagegen aber darauf, dass Polen unter anderem wegen der Umweltrisiken für die Ostsee noch immer besorgt sei und an seiner Position festhalten werde.

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Der Widerstand aus Osteuropa gegen die Gaspipeline zwischen Deutschland und Russland ist offenbar schwächer geworden. "Es gab keine kritische Diskussion zur Ostsee-Pipeline", sagte Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) in der lettischen Hauptstadt Riga. Es habe bei dem Treffen überwiegend konstruktive Beiträge gegeben. Den kritischen Unterton, den es früher gab, habe er nicht mehr vernommen, sagte Steinmeier am Rande des 7. Gipfels des Ostsee-Rats. Polens Regierungschef Donald Tusk betonte nach dem Treffen allerdings: "Die polnische Position ist unverändert in dieser Frage."

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Russland benötigt gar keine staatliche Zensur: Die Angst um Arbeitsplätze und die Gunst des Kremls lässt die russischen Fernsehsender massive Selbstzensur üben. Die Auswahl von Talkshow-Gästen erfolgt anhand einer Liste erwünschter und unerwünschter Personen und Kritiker werden mitunter aus den Sendungen herausgeschnitten. Pressefreiheit scheint für viele russische TV-Journalisten ein Fremdwort zu sein.

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Die großen Fernsehsender Russlands üben rigorose Selbstzensur aus: Laut "New York Times" führen sie eine Liste über unerwünschte Gäste, interviewen wenige Oppositionelle - und schneiden Kritiker nachträglich aus ihren Sendungen.

So wurde der Leiter des Moskauer Instituts für Globalisierungsprobleme, Michail Deljagin, im letzten Herbst sogar aus einer Talkshow des staatlich kontrollierten "TVZ" digital ausradiert - er hatte den damaligen Präsidenten Wladimir Putin kritisiert. Doch die Techniker gingen schlampig vor: In einer Aufnahme kann man laut "New York Times" noch die Beine des Politikwissenschaftlers sehen.

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Die Erwartungen an den Besuch Medwedjews in Deutschland sind groß: Mit Spannung werden Aussagen zu Liberalität, Korruption, Rechtssicherheit, Bürokratie und eine mögliche Begnadigung Michail Chodorkowskis erwartet. Der Deutschland-Besuch ist vor allem aber auch für Medwedjew selbst von großer Bedeutung: Er kann dazu beitragen, dass sich der neue Präsident außenpolitisch positioniert und sich aus dem Schatten Putins löst.

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Ein neuer Superstar feiert morgen glanzvoll Premiere. Zwar hat Dmitri Medwedew mit seinem demonstrativ vorgezogenen Antrittsbesuch in Peking manchen Europäer verprellt. Doch jetzt beehrt Russlands Präsident auch Berlin, und seine Auftritte an der Spree sind zu Moskaus Freude heiß begehrt.

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Eine Konstante der deutschen Außenpolitik ist die Hinwendung zu Russland. Kein anderer Staat hat sich so sehr für ein neues Partnerschaftsabkommen zwischen Russland und der EU eingesetzt wie Deutschland. Der FAZ-Redakteur Nikolas Busse kritisiert, dass Deutschland in seinen Bemühungen um die Gunst Russlands die Wurzeln seines eigenen politischen Selbstverständnisses vernachlässigt und stellt die Rechtmäßigkeit dieser politischen Linie in Frage.

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Wenn es seit der Wiedervereinigung eine Konstante in der deutschen Außenpolitik gibt, dann ist es die Hinwendung zu Russland. Nach 1990 haben deutsche Kanzler und Außenminister zwar nicht immer alles gleich gemacht im Umgang mit der großen Macht am östlichen Rand des Kontinents. Die Menschenrechte etwa hat nicht jeder zum Thema gemacht. Aber im Vergleich zum Kalten Krieg hat sich doch eine erstaunliche Nähe zwischen Deutschland und Russland entwickelt. Einige unserer Nachbarn sehen das oft deutlicher als wir selbst. Die Furcht vor einer deutsch-russischen Achse, die in Polen verbreitet ist, hat mit der Gegenwart genauso viel zu tun wie mit der Vergangenheit.

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4.6.2008: Die Welt: MEDWEDJEW KIPPT PUTINS MEDIENGESETZ: Präsident Dmitrij Medwedjew lehnt eine Verschärfung des Mediengesetzes ab +++ Laut der im April in erster Lesung beschlossenen Gesetzesänderung hätten Zeitungen bei wiederholter Rufschädigung die Schließung gedroht +++ Das Vorhaben war von der von Putin geführten Partei Geeintes Russland initiert worden +++ Ernennung von General Nikolai Makarow dient offenbar dazu, die politische Kontrolle des Kreml über die Streitkräfte zu stärken +++ Weiterer Verdächtiger im Mordfall Anna Politkowskaja freigelassenen +++ Ermittlungen sollen am 20. Juni eingestellt werden +++ Handelsblatt: NORD STREAM KÄMPFT UM DIE PIPELINE: Erdgas-Pipeline trifft vor allem in Schweden auf massiven Widerstand +++ Schweden befürchtet durch den Bau negative Umweltbeeinträchtigungen +++ Nord Stream erklärte, man führe weiter Gespräche mit den schwedischen Verantwortlichen +++ Umweltverträglichkeitsprüfung soll im Herbst abgeschlossen sein +++ Ob der Zeit- und Kostenplan wie vorgesehen eingehalten werden kann, ist derzeit fraglich +++

Die Beitrittsverhandlungen zur Welthandelsorganisation (WTO) zwischen Russland und Saudi-Arabien sind beendet:Die Verhandlungsführer beider Länder unterzeichneten am Dienstag in Riad die im Protokoll vereinbarten Bedingungen für den Beitritt.WTO.png

Wie ein Korrespondent aus der saudi-arabischen Hauptstadt berichtet, setzten der russische Finanzminister Alexej Kudrin und der saudische Handels- und Industrieminister Abdallah bin Zainal Ali Reza ihre Unterschriften unter das Protokoll.

Russland hat seine WTO-Beitrittsverhandlungen bislang mit mehr als 50 Ländern abgeschlossen. Saudi-Arabien ist der letzte Staat, der den Wunsch bekundet hat, mit Russland den Zugang zum russischen Waren- und Dienstleistungsmarkt zu besprechen.

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Russland gehört zu den Staaten, die ihre Militärausgaben in den vergangenen Jahren deutlich angehoben haben. Deutsche Friedensforscher fürchten nun, dass eine neue Spirale des Wettrüstens einsetzen könnte, deren Folgen sehr bedrohlich sind.

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Deutsche Friedensforscher warnen vor einer neuen Spirale des Wettrüstens. «Die neue Hochrüstung kann bedrohlicher werden als der Kalte Krieg», heißt es im «Friedensgutachten 2008», das fünf Friedensforschungsinstitute am Dienstag in Berlin vorstellten. Besonders die USA, Russland, China und Indien rüsteten massiv auf. Von 2001 bis 2006 seien die inflationsbereinigten Militärausgaben weltweit um etwa 30 Prozent auf eine Billion US-Dollar gestiegen. Die Hälfte davon entfalle auf die USA.

Die Europäische Union müsse eine «Schrittmacherfunktion» gegen die Hochrüstung übernehmen, forderten die Autoren des Gutachtens. So sollte die NATO den Abrüstungsvertrag mit Russland trotz Aussetzung durch Moskau in Kraft setzen und das Inspektionsregime einseitig aufrechterhalten.

Bundesregierung und EU sollten sich zudem dem geplanten US-Raketenschild in Osteuropa widersetzen. Die Autoren verlangen zudem eine Abrüstung bei den Nuklearwaffen, eine stärkere Kontrolle des Waffenhandels, das Verbot von Streubomben und den Abzug von Atomwaffen aus Deutschland. Das Friedensgutachten wird regelmäßig von fünf Instituten erstellt. Dazu gehören das Bonn International Center for Conversion, die Hessische Stiftung Friedens- und Konfliktforschung, die Forschungsstätte der Evangelischen Studiengemeinschaft sowie Friedensforschungsinstitute der Universitäten Hamburg und Duisburg-Essen.

(Quelle: PR inside)

Russlands Präsident Medwedjew lehnt die neue Novelle zum Mediengesetz ab. Seiner Auffassung nach würden diese neuen gesetzlichen Reglungen ein normales Funktionieren der Massenmedien behindern. Die Novelle sieht vor, Massenmedien wegen Verleumdung auf Gerichtsbeschluss hin schließen zu dürfen.

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Die Staatsduma (Unterhaus des russischen Parlaments) will die Novellen zum Mediengesetz, wonach Massenmedien wegen Verleumdung auf Gerichtsbeschluss geschlossen werden dürfen, in diesem Juni ablehnen.

Das teilte Duma-Chef Boris Gryslow am Montag mit.

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Am Donnerstag wird der russische Präsident Dmitrij Medwedjew zu Besuch nach Berlin kommen. Während seines Aufenthaltes sind Gespräche mit Bundeskanzlerin Angela Merkel und Bundespräsident Horst Köhler geplant. Die Bundeskanzlerin will bei den Unterredungen auch das Problem der Rechtsstaatlichkeit in Russland im Allgemeinen und den Fall Michail Chodorkowski im Speziellen ansprechen. Angela Merkel setzt sich damit ebenso wie Außenminister Frank-Walter Steinmeier für das Schicksal des ehemaligen YUKOS-Chefs ein.

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Merkel to press Medvedev on human rights

BERLIN: The case of Mikhail Khodorkovsky, the imprisoned former boss of the Russian energy company Yukos, and other human rights issues will be high on the agenda when Chancellor Angela Merkel meets President Dmitri Medvedev of Russia in Berlin this week, officials confirmed Monday.

This is Medvedev's first foreign visit in Europe since taking office last month, and by making Germany his first stop the Kremlin is confirming the enduring importance of the two countries' bond, German officials said.

"Germany and Russia are forming a close, friendly and strategic relationship," Merkel said in her weekly podcast, in which she set out what kind of ties the government hoped to develop with Medvedev.

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Auch unter dem neuen russischen Präsidenten Dmitrij Medwedjew haben sich die Bedingungen für die Journalisten bisher nicht verbessert.Natalja Morar und Natalja Nowoshilowa geben in diesem Einblick in ihre Arbeit: Beide stehen für eine Generation russischer Journalisten, die für die Pressefreiheit eintritt und dafür einen hohen Preis bezahlt.

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An den Bedingungen für den freien Journalismus in Russland hat sich auch unter dem neuen Präsidenten Medwedjew wenig geändert. Das System Putin funktioniert. Das bezeugen die Schilderungen zweier Journalistinnen, die oder deren Redaktionen in Hamburg kürzlich den Bucerius-Föderpreis Freie Presse Osteuropa erhalten haben.

Die Geschichte von Natalja Morar hat Kreise gezogen (zuletzt F.A.Z. vom 5. März). Vor fünf Monaten wurde gegen die aus Moldawien stammende Journalistin ein Einreiseverbot für die russische Föderation verhängt. Sie schreibt für die in Moskau erscheinende "The New Times", deren Redaktion nun einen der Bucerius-Preise erhielt. Ein solcher Preis habe Vor- und Nachteile. Er bezeuge, dass die Bedeutung kritischer Stimmen in Russland wahrgenommen werde, dürfte es aber noch schwerer machen "frei zu recherchieren und zu schreiben", meint Morar. "Denn die politische Elite wird nun erst recht behaupten, dass wir Spione sind, vom Ausland gekauft."

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Oil-Dotcom

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Der Anstieg des Ölpreises weckt Erinnerungen an den Internethype: Die Argumentationen auf dem Höhepunkt der Interneteuphorie und heute ähneln sich. Niemand kann mit Sicherheit sagen, ob die aktuellen Rohölpreise gerechtfertigt sind oder ob es sich hierbei um eine "Blase" handelt. Ebenso lassen sich keine zuverlässige Aussagen über die weitere Entwicklung treffen und so bleibt die Frage vorerst offen, ob der Öl-Boom ein ähnliches Schicksal wie der Internethype erleiden wird ?

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Wiederholt sich die Geschichte? Es ist der 16. Dezember 1998: Internetanalyst Henry Blodget von CIBC Oppenheimer prophezeit, dass der Aktienkurs des Web-Buchhändlers Amazon über den Zeitraum von zwölf Monaten von 200 $ auf 400 $ springt. Binnen zwölf Tagen ist das Kursziel erreicht - und Blodget ein Star. Mai 2008: Rohstoffanalyst Arjun Murti von Goldman Sachs prophezeit, dass der Ölpreis in den kommenden zwei Jahren auf 150 $ bis 200 $ steigt. Am 22. Mai verteuert sich Rohöl auf über 135 $ - und Murti ist aus der internationalen Presse nicht mehr wegzudenken.

Heute wissen wir, wie es mit Blodget und der Dotcom-Welt weiterging. Der Shootingstar kehrte der Bankenwelt (zwangsweise) den Rücken und schreibt nun für das Onlinemagazin "Slate". Die Amazon-Aktie brauchte fast eine Dekade, um auf alte Höchststände zu klettern, und die Investoren sind nach dem Platzen der Internetblase um Milliarden ärmer.

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Der Russland-Experte Alexander Rahr spekuliert, dass Medwedjew bei seinem Deutschland-Besuch am 5. Juni in den Gesprächen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel und Bundespräsident Horst Köhler die Bildung einer Energieallianz und die Frage der Visa-Bestimmungen thematisieren wird.

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Der russische Präsident Dmitri Medwedew wird während seines bevorstehenden Deutschland-Besuchs am 5. Juni wahrscheinlich über die Bildung einer Energieallianz beraten. Das sagte der deutsche Russland-Experte Alexander Rahr am Montag.

Er denke, dass Medwedew in Deutschland weitere Schritte zum Aufbau einer Energieallianz erörtern werde, sagte Rahr bei der Präsentation seines Buches "Russland gibt Gas". Ein weiteres wichtiges Thema sei die Frage der Visa. Beide Staaten haben Rahr zufolge die Visaregelungen gegenseitig spürbar verschärft. Während Bürger vieler Staaten visafrei nach Deutschland einreisen dürften, müssten die Bürger Russlands und anderer GUS-Staaten in langen Schlangen anstehen.

Davor hatte das Presseamt des russischen Präsidenten mitgeteilt, dass Medwedew in Deutschland mit Kanzlerin Angela Merkel sowie mit Bundespräsident Horst Köhler zusammentreffen werde.

In seinem Buch prognostiziert Rahr die Gründung eines internationalen Gas-Kartells nach OPEC-Muster in diesem Oktober, an dessen Spitze der russische Regierungschef Wladimir Putin treten solle. Dem Experten zufolge muss Deutschland als Vermittler bei der Einbindung Russlands in das vereinigte Europa auftreten.

(Quelle: Ria Novosti)

Bei einer nicht genehmigten Schwulen- und Lesben-Demonstration kam es in Moskau erneut zu Ausschreitungen. Die Polizei löste die Kundgebung mit einem Großangebot auf.

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Insgesamt 13 Personen nahm die Polizei fest, die meisten davon waren Sympathisanten der rechten Szene. Die Versammlung der Homosexuellen im Zentrum Moskaus hatten die Behörden nicht erlaubt. Bereits in der Vergangenheit waren ähnliche Kundgebungen nicht genehmigt worden.

Während der Auflösung der Protestversammlung kam es zu Handgreiflichkeiten von Seiten rechter Nationalisten und Festnahmen. Das meldete die Agentur Interfax. Einige der Festgenommenen hatten Teilnehmer der Kundgebung mit Faustschlägen und Fußtritten angegriffen, berichteten Augenzeugen.

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Schwul3.jpgOffizielle Pressemitteilung von Volker Beck, Erster Parlamentarischer Geschäftsführer und menschenrechtspolitischer Sprecher von Bündnis 90/Die Grünen. Beck war im Mai 2007 auf einer nicht genehmigten Schwulen-Kundgebung in Moskau angegriffen und vorübergehend festgenommen worden.

Seit Sonntag sind offenbar mehrere Schwulen-Webseiten in Russland blockiert und können nicht mehr aufgerufen werden. Zu den blockierten Webseiten zählt die Informationsseite „gayrussia.ru“, die von den Veranstaltern des Moskauer Gay Pride betrieben wird, wie auch die Webseite gay.ru.

Nach Auskunft der entsprechenden Internetprovider sei mit den Servern technisch alles in Ordnung.
Offensichtlich steht die Blockade der Webseiten im Zusammenhang mit „Gay-Pride“ in Moskau, der am Sonntag stattgefunden hat.

Sollte es sich tatsächlich um eine offizielle Blockierung der Webseiten handeln, so wäre dies eine neue Qualität der Zensur in Russland. Bisher war das Internet in Russland nicht von Zensur oder Filterung betroffen.

(Quelle: Homepage Volker Beck)

In einer offiziellen Mitteilung äußerte das US-Außenministerium seine Sorge über den Einmarsch russischer Truppen in die abtrünnige russische Teilrepublik Abchasien. Die amerikanische Regierung ist auf Grund dessen bereits mit der russischen Regierung in Kontakt getretten.

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Das Außenministerium in den USA hat sich am Sonntag zum Einmarsch russischer Truppen in der abtrünnigen georgischen Teilrepublik Abchasien geäußert. Diese sollen nach einer am Samstag verbreiteten Darstellung die Verkehrsverbindungen zwischen der von Russland unterstützten Teilrepublik in Georgien und Russland wieder herstellen.

In seiner seiner Mitteilung bekundete das US-Außenministerium seine Sorge über die Entsendung der russischen Truppen. Dabei fügte Washington hinzu, dass diese Entscheidung ohne Zustimmung der Zentralregierung in Tbilisi geschehen sei. Vor allem sei es nicht zu verstehen, dass Russland seine aggressive Politik gegenüber Georgien weiter fortsetze, obwohl die Zentralregierung in Georgien nach der Sondersitzung des UN-Sicherheitsrates zurückgesteckt und die Flüge mit unbemannten Drohnen über der Konfliktzone der abtrünnigen Teilrepublik in Georgien eingestellt habe.

Die Regierung in Washington habe Kontakt zur russischen Regierung in dieser Sache aufgenommen, hieß es weiter.

(Quelle: Georgien Nachrichten)

Der Boom der Diktatoren

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Russland und China gehören zu den Ländern mit den größten Wachstumsraten der vergangenen Jahre. Die aufstrebende wirtschaftliche Entwicklung geht dabei mit einem Abbau demokratischer Werte einher. Die These, dass nur Demokratien ökonomisch erfolgreich sein können, scheint damit widerlegt. Die Hoffnung, dass Länder wie Russland oder China irgendwann das westliche politische Modell übernehmen könnten, erscheint veraltet und naiv. Doch ist die Zukunft für Demokratie, Rechtsstaat und Menschenrechte in diesen Ländern tatsächlich so düster?

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Es war im Sommer 2001, kurz nachdem die chinesische Hauptstadt den Zuschlag für die Olympischen Spiele bekommen hatte. Der Unternehmensberater Philipp Goedeking sollte dem Minister für Zivilluftfahrt Vorschläge machen, wie der Pekinger Flughafen olympiatauglich gemacht werden könne.

Eine Erweiterung komme leider nicht mehr in Frage, meinte der Deutsche, dafür reiche die Zeit nicht aus. In sieben Jahren sei das nicht zu schaffen. Der Minister musste lachen. "Wir sind hier nicht in Deutschland", belehrte er seinen Gast, "wenn wir heute einen neuen Flughafen beschließen, fangen wir morgen mit dem Bauen an."

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2.6.2008: Handelsblatt: BP GEGEN DIE VIER OLIGARCHEN: Streit unter den Aktionären des russischen Joint Ventures TNK-BP spitzt sich zu +++ TNK-BP Manager Robert Dudley sprach in einem Interview von strategischen Differenzen zwischen BP und den russischen Anteilseignern +++ Es geht das Gerücht um, dass BP durch den Verkauf von Anteilen an dem Joint Venture, entmachtet werden soll +++ Regierungschef Wladimir Putin sagte, dass das Unternehmen an einem Scheideweg stände, da keine klare Machtverteilung existiert +++ Süddeutsche Zeitung: PUTIN GREIFT NACH NEUEN KOMPETENZEN: Wladimir Putin zu Besuch bei Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy +++ Gespräche befassten sich auch mit dem Verhältnis zwischen EU und Russland +++ Neue Spekulation über die außenpolitischen Ambitionen Putins: Russlands Botschafter in Amerika wird als Putins Vizestabschefs für Außenpolitik nach Russland zurückkehren +++ Laut Verfassung liegt die Zuständigkeit für die Außenpolitik beim russischen Präsidenten +++ Frage nach der realen Zuständigkeit in der Außenpolitik wird mit großer Spannung verfolgt +++