Die Ernennung Igor Schuwalows zum Vizepremiereminister lässt ausländische Investoren auf die Durchsetzung der von Medwedjew angekündigten wirtschaftlichen Reformen hoffen. In einem ausführlichen Artikel bemüht sich das Handelsblatt um eine differenzierte Betrachtung dieses als wirtschaftsliberal geltenden Hoffnungsträgers.
Igor Schuwalow umgibt eine gewisse Kühle. Das mag an den Augen liegen, vielleicht am streng nach hinten gekämmten dünnen hellblonden Haar. Wladimir Putins neuer erster Stellvertreter als Regierungschef hat seine frühe Kindheit auch an einem Ort mit eher unwirtlichen Temperaturen verbracht – Magadan am Ochotkischen Meer, einer Stadt, die ursprünglich als Durchgangslager für Stalins Zwangsarbeiter geplant war.
Seine Herkunft jenseits des Petersburger Putin-Zirkels macht ihn fast schon zu etwas Besonderem in der russischen Politelite. Der Mann aus der Kälte gilt nun zudem als der Fackelträger der Wirtschaftsliberalen in der Regierung. Auf ihm ruhen die Hoffnungen auch vieler ausländischer Investoren in Moskau, dass es Putin und sein Nachfolger im Kreml, Dmitrij Medwedjew, doch ernst meinen mit ihren Ankündigungen, Russlands Wirtschaft wieder Reformen verabreichen zu wollen.