Die Energie- und Rohstoffpolitik der Welt verlagert nicht nur Geldströme und Investitionen, sondern beeinflusst auch die Machtgefüge zwischen den einzelnen Staaten. Die Energieverkommen des Landes sichern Russland den globalen Anspruch einer Großmacht.

Dmitri Medwedjew hatte kaum sein präsidiales Arbeitszimmer im Kreml bezogen, wo ihm Statuen der Zaren von Peter dem Großen bis Alexander II. über die Schulter schauen, da ging schon die erste Auslandsreise nach Kasachstan: Nicht um Zentralasiens Steppe im Frühlingsflor zu sehen oder altsowjetische Startanlagen für Atomraketen.
Medwedjew, bisher Kreml-Aufseher bei Gazprom, weiß etwas über Energie, speziell Öl, Erdgas und Pipelines. Wo die Panzer der Roten Armee verrosten, ist heute Energie- und Rohstoffpolitik Teil und Mittel des neuen Transimperialismus. Im neuen "great game" treffen russische, chinesische und amerikanische Interessen und Pipelinepolitik aufeinander, während die Europäer zuschauen, wie der Nabucco-Pipeline der EU Erdgas, Lieferanten und Abnehmer abgegraben werden.