Putins neues Kabinett steht. Der neue Regierungschef beließ die Schlüsselressorts unverändert, holte aber enge Vertraute in den Führungszirkel. Eine wichtige Rolle spielen Putins alte Weggefährten aus St. Petersburg, die seit einigen Jahren die Kremlpolitik maßgeblich bestimmen.
Der neue russische Regierungschef Wladimir Putin hat ein in den Schlüsselpositionen unverändertes Kabinett unter der Führung enger Vertrauter vorgestellt. Außenminister Sergej Lawrow bleibt ebenso im Amt wie Verteidigungsminister Anatoli Serdjukow, wie Putin am Montag nach Angaben der Agentur Interfax mitteilte. Mit Zustimmung des neuen Präsidenten Dmitri Medwedew machte Putin den bisherigen Regierungschef Viktor Subkow sowie seinen langjährigen politischen Berater Igor Schuwalow zu ersten Stellvertretern. Als neues politisches Schwergewicht rückt der bisherige stellvertretende Leiter der Kremladministration, Igor Setschin, ins Kabinett.
Setschin, nun Vize-Regierungschef mit Fokus auf Industriepolitik, galt unter Putin im Kreml als Fürsprecher eines mächtigen Geheimdienst-Clans. Putin wird bei seiner Arbeit als Regierungschef neben den zwei ersten Stellvertretern auf fünf weitere Stellvertreter zurückgreifen können. Bereits im Vorfeld des Machtwechsels waren die Weichen dafür gestellt worden, dass Putin als Regierungschef weitgehend von administrativen Aufgaben befreit wird. Putin hatte am Mittwoch das Präsidentenamt an Medwedew übergeben und war am Donnerstag von der Staatsduma als neuer Regierungschef bestätigt worden. Beide Politiker wollen Mitte dieser Woche Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) in Moskau treffen.