Finnland und die Ostseepipeline
Von Grigory Pasko, Journalist
In einem Zeitschriftenartikel hieß es augenscheinlich voller Mitgefühl für Gazprom und sein jüngstes Nord Stream-Projekt: „Nein, nein, nein!!! - so lautete der hysterische Aufschrei im Leitartikel des Svenska Dagbladed mit Blick auf die geplante Erdgasleitung, während die Zeichnung einer russischen Krake die Leser verängstigte.“
„Hysterisch“ - zumindest in der kranken Vorstellungswelt dieses Autors. In Wahrheit würde ich sogar sagen, dass die skandinavische Presse (wie übrigens auch die russische) bemerkenswert wenig über die Einzelheiten und Fortschritte des Projektes berichtet. Und bekanntermaßen steckt der Teufel im Detail. Vielleicht ist eben das der Grund, warum man so wenig über die Details des Projektes erfährt?
Bekanntermaßen baut Finnland seit 2004 einen neuen Atomreaktor zur Stromversorgung. Damit verringert sich die Abhängigkeit von russischem Gas, mit dem Finnland derzeit 11 % seines Energiebedarfs deckt. Das heißt, Finnland hat überhaupt keinen Anlass, sich in irgendeiner Weise „hysterisch“ über Nord Stream zu äußern, um mit den Worten des oben zitierten Journalisten zu sprechen.
Bekannt ist auch, dass die finnische Präsidentin Tarja Halonen die Haltung ihres Landes gegenüber der Pipeline im Mai 2007 folgendermaßen erläutert hat: „Es handelt sich um eine ökologische Frage, keine politische. Wir sagen Ja zur Pipeline und Nein zur Umweltzerstörung. Kann letztere verhindert werden, sind wir für die Pipeline.“