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Daten aus der achtjährigen Amtszeit Wladimir Putins

Die Mehrheit der russischen Bevölkerung ist mit der Amtszeit Putins zufrieden, nur wenige äußern Kritik. Die chronologische Auflistung der wichtigsten Ereignisse zeigt, wie man in acht Jahren Präsidentschaft ein solches Ergebnis erreicht.

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Einer Untersuchung des Moskauer Fonds für Öffentliche Meinung (FOM) zufolge sind 78 Prozent der Russen mit der achtjährigen Präsidentschaft Wladimir Putins zufrieden. Nur 8 Prozent von 1500 Befragten äußerten sich ablehnend gegenüber dem scheidenden Kremlchef.

31. Dezember 1999: Präsident Boris Jelzin tritt vorzeitig zurück und benennt den 47-jährigen Wladimir Putin - erst knapp fünf Monate Ministerpräsident - als amtierendes Staatsoberhaupt. Putin sichert seinem Vorgänger Straffreiheit zu und fliegt noch in der Silvesternacht zum Truppenbesuch nach Tschetschenien. Dessen Separatisten hatte er gedroht, sie »bis auf den Abort« zu verfolgen, um sie dort »einzuweichen«.

26. März 2000: Putin gewinnt die Präsidentenwahl mit 52,9 Prozent der Stimmen im ersten Wahlgang.

7. Mai 2000: Offizielle Amtseinführung Putins. Als Ministerpräsidenten ernennt er den amtierenden Premier Michail Kasjanow, dem enge Beziehungen zu Oligarchen der Jelzin-Zeit nachgesagt werden. Zur besseren Kontrolle selbstherrlicher Provinzfürsten dekretiert Putin die Bildung von sieben Föderalen Bezirken, denen jeweils ein Präsidentenvertreter vorgesetzt wird. Die Provinzchefs verlieren überdies ihren Sitz im Föderationsrat (Oberhaus).

12. August 2000: Der Untergang des Atom-U-Bootes »Kursk«, der nach vergeblichen Rettungsversuchen alle 118 Besatzungsmitglieder das Leben kostet, trifft Putin im Urlaub. Sein Verhalten bringt ihm den Vorwurf schlechten Krisenmanagements ein.

Dezember 2000: Putin entscheidet den Streit um Russlands Nationalhymne zu Gunsten der alten sowjetischen Hymne mit neuem Text.

14. April 2001: Der halbstaatliche Konzern Gazprom übernimmt den kritischen privaten Fernsehsender NTW, dessen Gründer Wladimir Gussinski sich nach Betrugsvorwürfen ins Ausland abgesetzt hat. Im Oktober flüchtet der Oligarch Boris Beresowski, auch im Mediengeschäft tätig, ins Londoner Exil.

11. September 2001: Nach den al-Qaida-Anschlägen in den USA stimmt Putin der Nutzung zentralasiatischer Militärbasen durch die US-Armee zu. Im »Krieg gegen den Terrorismus« wird die westliche Kritik an Russlands Tschetschenien-Politik leiser.

26. Oktober 2002: Die gewaltsame Befreiung von rund 800 Menschen, die von einem tschetschenischen Kommando im Moskauer Dubrowka-Theater festgehalten werden, kostet 129 Geiseln das Leben. Die Terroristen werden erschossen.

Frühjahr 2003: Putin, Schröder und Chirac wenden sich gegen den Irakkrieg der USA. Das Trio begrüßt den Sturz Saddam Husseins, verurteilt jedoch Gewalt als das falsche Mittel.

25. Oktober 2003: Der politisch engagierte Öl-Magnat Michail Chodorkowski wird unter dem Vorwurf der Steuerhinterziehung festgenommen und 2005 zu acht Jahren Haft verurteilt. Sein Konzern Jukos wird zerschlagen, der Staat sichert sich den Zugriff auf Öl und Gas.

24. Februar 2004: Putin entlässt die Regierung Kasjanow. Neuer Premier wird Russlands Botschafter bei der EU, Michail Fradkow.

14. März 2004: Putin wird ohne ernsthafte Konkurrenz mit 71,2 Prozent der Stimmen im Präsidentenamt bestätigt.

1. September 2004: Geiselnahme in einer Schule des nordossetischen Beslan. Die Befreiung endet mit dem Tod von über 330 Zivilisten, darunter 186 Kinder.

13. September 2004: Putin legt einen Plan vor, wonach die zuvor direkt gewählten Gouverneure der Regionen künftig vom Präsidenten vorgeschlagen und von den Regionalparlamenten lediglich bestätigt werden.

18. November 2004: Russland ratifiziert das Klimaschutzprotokoll von Kyoto, das damit Anfang 2005 in Kraft treten kann.

26. Dezember 2004: Der Sieg des prowestlichen Viktor Juschtschenko bei umstrittenen Präsidentenwahlen in der Ukraine bedeutet eine Niederlage für Putin, der auf Viktor Janukowitsch gesetzt hatte.

8. März 2005: Aslan Maschadow, formeller Führer der tschetschenischen Rebellen, wird bei einer Sonderaktion nahe Grosny getötet. Schamil Bassajew, den Organisator zahlreicher Terroranschläge, trifft es am 10. Juli 2006.

25. April 2005: Putin nennt den Zerfall der Sowjetunion vor der Duma »die größte geopolitische Katastrophe des Jahrhunderts«.

1. Januar 2006: Russland übernimmt erstmals den Vorsitz der Gruppe der Acht (G8) und richtet im Juli in Petersburg deren Gipfel aus.

10. Februar 2007: In München kritisiert Putin das Streben der USA nach einer »unipolaren Welt« und die Pläne zur Errichtung eines neuen Raketenabwehrsystems in Tschechien und Polen. Auf seine Initiative setzt Russland am 12. Dezember 2007 die Anwendung des Vertrages über konventionelle Streitkräfte und Rüstungen in Europa (KSE) aus.

14. September 2007: Nach dem Rücktritt der Regierung Fradkow wird Viktor Subkow zum Ministerpräsidenten ernannt.

2. Dezember 2007: Die Partei »Einiges Russland«, deren Spitzenkandidat Putin ist, erringt bei Dumawahlen mehr als zwei Drittel der Sitze.

10. Dezember 2007: Mit Spannung erwartet, präsentiert Putin den Ersten Vizepremier Dmitri Medwedjew als Wunschnachfolger. Der revanchiert sich, indem er Putin das Amt des Ministerpräsidenten anträgt.

14. Februar 2008: Auf seiner Abschiedspressekonferenz erklärt Putin, er habe »alle gesetzten Ziele erreicht«. Russland werde nie in eine Konfrontation mit anderen Ländern abgleiten, doch es werde seine Interessen in der Weltarena entschieden behaupten.

2. März 2008: Dmitri Medwedjew gewinnt die Präsidentenwahl mit 70,2 Prozent der Stimmen.

15. April 2008: »Einiges Russland« wählt Putin, der nicht Parteimitglied ist, für vier Jahre zum Vorsitzenden.

(Quelle: Neues Deutschland)

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