Gegenwärtig erleben wird die Fortsetzung einer unheilvollen Entwicklung in den Energiebeziehungen zwischen der EU und Russland: die Einstellung früherer Staatsoberhäupter als Manager für russische Megaprojekte im Bereich der Gas- und Erdölversorgung, die sie selbst während ihrer Amtszeit mit durchgedrückt haben. Wäre nur der US-Kongressabgeordnete Tom Lantos noch da, um sich der Sache anzunehmen (genau der Lantos, der Altkanzler Schröder als politische Hure bezeichnet hatte und sich dann dafür bei den Prostituierten in seinem Wahlkreis entschuldigt hat).
Altkanzler Schröder war der erste, der einen gut bezahlten Posten im Aufsichtsrat der Nord Stream AG annahm, dem Betreiber des umstrittenen Pipelineprojekts, das er in seiner Amtszeit so massiv vorangetrieben hatte. Deutschland und ganz Europa reagierten mit Empörung und ungläubigem Staunen. Gerhard Schröder trägt mit seinem Engagement für das Nord-Stream-Projekt nicht nur dazu bei, Europas Potenzial zur Gestaltung einer gemeinsamen Energiepolitik und multilateraler Verhandlungen mit Russland zu zerstören, sondern sein Entschluss, persönlichen Profit aus seinen politischen Entscheidungen zu schlagen, wird auch als feiger und korrupter Amtsmissbrauch wahrgenommen.