Transparency International-Studie wirft Gas- und Ölkonzernen vor, die Verwendung ihrer Einnahmen zu verschleiern. Dieses Verhalten fördere Korruption und behindere den Kampf gegen Armut. Schlechte Noten erhielt unter anderem der russische Ölkonzern Lukoil.

Organisation wirft Firmen Förderung der Korruption vor
Die Nichtregierungsorganisation Transparency International (TI) hat führenden Öl- und Gaskonzernen vorgeworfen, sie ließen die Öffentlichkeit über ihre Zahlungen an rohstoffreiche Staaten im Dunkeln. Dies fördere die Korruption in den betroffenen Ländern und behindere den Kampf gegen die Armut, heißt es in einer gestern vorgestellten Studie. "Es ist ein tragisches Paradoxon, dass viele ressourcenreiche Staaten arm bleiben", sagte TI-Chefin Huguette Labelle. "Und der Grund dafür ist ein Mangel an Daten über Öl- und Gaseinnahmen und darüber, was mit ihnen geschieht."
Die schlechtesten Noten für ihre Transparenz bekamen in dem Bericht der chinesische Ölkonzern CNOOC, die US-Firma Exxon Mobil und die russische Lukoil. Am besten schnitten der britisch-niederländische Shell-Konzern, die norwegische Statoil Hydro sowie die brasilianische Petrobras ab.
Bereits seit Langem bemühen sich internationale Organisationen und eine Reihe von Regierungen, gegen den "Ressourcenfluch" vorzugehen. Mit dem Begriff wird das Phänomen umschrieben, dass viele Länder mit Rohstoffvorkommen gesamtwirtschaftlich eher leiden, als von den hohen Einnahmen zu profitieren. 2002 wurde mit dem EITI-Programm ein Instrument geschaffen, das die Transparenz in Förderindustrien erhöhen soll und auch erste Erfolge erzielte. Unternehmen, die mit EITI zusammenarbeiteten, kamen in der aktuellen Studie im Schnitt besser weg.
Die TI-Experten prüften öffentlich verfügbare Informationen 42 großer Konzerne der Öl- und Gasbranche. Anschließend wurden die Unternehmen nach dem Grad ihrer Transparenz und ihrem Umgang mit der Korruption in drei Kategorien eingeteilt. Westeuropäische Vertreter lieferten dabei generell bessere Ergebnisse als chinesische, arabische und amerikanische Konzerne. Die beiden russischen Staatsunternehmen Gazprom und Rosneft entgingen der schlechtesten Wertung, da ihre Zahlungen an die heimische Staatskasse zum großen Teil offengelegt werden.
(Quelle: Financial Times Deutschland)