Putin geht – die große Rochade im Kreml

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Wladimir Putin war der zweite russische Präsident nach dem Zusammenbruch des Ostblocks. Er hat seinem Land neues Selbstvertrauen gegeben, während er im Westen für seine autoritären Rezepte Kritik erntete. Sein Nachfolger wird Vize-Regierungschef Dmitri Medwedew. Putin selbst hat ihn zu seinem Nachfolger erkoren. Anlass für eine Bilanz der Putin-Ära und ein Gespräch mit dem renommierten Russland-Experten und Buchautoren Alexander Rahr von der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik in Berlin.

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Putin ist für die meisten Russen eine politische Vaterfigur. Was hat ihn so populär gemacht?

Rahr: Er hat Russland innerhalb von nur acht Jahren aus den meisten schweren Krisen herausgeführt. Das ist die russische Wahrnehmung. Und die ist echt. Die Russen haben in den 90er Jahren wahrscheinlich so schlecht gelebt, wie kaum zuvor in den letzten 100 Jahren. Unter Putin aber haben sie besser gelebt, als je zuvor in der russischen Geschichte.

Dennoch gibt es im Westen den Hang, seinem Vorgänger Boris Jelzin nachzutrauern.

Rahr: Das kann man verstehen. Jelzin galt als besserer Partner, weil er intensiver den Schulterschluss suchte und Konflikten aus dem Weg ging. In Russland aber wird Jelzin vorgeworfen, nationale Interessen vernachlässigt zu haben. Er konnte nur überleben, weil er Hilfe aus dem Ausland erhielt. Die hat ihn zum Abschluss seiner Herrschaft so abhängig gemacht, dass er keinen Raum mehr für eigene politische Manöver hatte.

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