Hans-Martin Tillack schreibt auf stern.de: Neuer Ärger für die Pipelinegesellschaft Nordstream von Ex-Kanzler Gerhard Schröder: Die Gazprom-Tochter ließ sich mit einem schillernden Berliner Unternehmer ein, der Kontakte zu der LaRouche-Sekte pflegt und als Aufsichtsratschef einer Firma auftritt, die es gar nicht gibt.

Ganz klar, Manfred Boese ist ein wichtiger Mann. Acht verschiedene Stapel mit Visitenkarten hat er auf seinem Schreibtisch aufgereiht. Zu DDR-Zeiten war er Staatsanwalt, heute führt der Rechtsanwalt mehrere Firmen und Vereine. Wer zu ihm will, muß das Portiko des prächtigen Berliner Palais am Festungsgraben durchschreiten, dann nach rechts in Boeses Büro, und dann erst einmal eine halbe Stunde warten. Ihr Chef sei gerade in einer Konferenz mit Ministern aus Russland, sagt die Sekretärin.
"Ich habe in Russland sehr gute Kontakte und die nutze ich natürlich", sagt der jugendlich wirkende 56-Jährige, als die Konferenz mit dem, wie er sagt, ukrainischen Minister vorbei ist. So wie er das offenbar bei seinen Beziehungen zu der Firma Nordstream tat. Die gehört mehrheitlich dem russischen Monopolisten Gazprom, hat einen gewissen Gerhard Schröder als Chef des Akti-onärsausschusses und möchte gerne eine Gaspipeline durch die Ostsee bauen. Boese wiederum will "eng" mit der Pipeline-Gesellschaft zusammen arbeiten. Dies ist jedenfalls das Ziel des "International Institute of Ecological Safety for Baltic and Northern Seas", das Boese im Sommer 2006 gegründet hatte.