Estland will Ostseepipeline vor eigener Küste verhindern

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Regierung verbietet Betreiberkonsortium Vorarbeiten.

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Die estnische Regierung hat dem Konsortium zum Bau der russisch-deutschen Ostseepipeline vorbereitende Untersuchungen vor der eigenen Küste untersagt. Mit Blick auf die "nationalen Interessen" in Estlands ausschließlicher Wirtschaftszone habe man der Nord Stream AG die Erlaubnis zu geologischen Tests verweigert, hieß es in einer Mitteilung auf der Website der estnischen Regierung.

Die Weigerung Estlands bedeutet einen weiteren Rückschlag für das Pipelineprojekt, dessen Zeitplan zunehmend in Gefahr gerät. Nord Stream hatte auf Bitten Finnlands die bis dato geplante Route weiter nach Süden verlegt und war damit in die estnische Wirtschaftszone geraten. Das baltische Land aber, das äußerst angespannte Beziehungen zu Russland unterhält, steht der Pipeline seit Langem ablehnend gegenüber.

In einer ersten Reaktion hieß es bei Nord Stream, vor einer Bewertung der Entscheidung Estlands sei "eine sorgfältige Prüfung erforderlich". Russlands Außenminister Sergej Lawrow sagte nach Angaben der Nachrichtenagentur Interfax, er hoffe, dass sich die estnische Führung "nicht von Ideologie, sondern von nüchternen Überlegungen" leiten lasse. Die 1200 Kilometer lange Leitung soll ab 2010 Gas aus Russland nach Deutschland pumpen.

Auch in anderen Ländern des Ostseeraums gibt es Vorbehalte gegenüber der Pipeline. Vor allem der Umstand, dass mit dem Energiekonzern Gazprom ein vom russischen Staat kontrolliertes Unternehmen die Mehrheit an dem Projekt hat, weckt bei den Anrainerstaaten Misstrauen. Zudem gibt es massive umweltpolitische Bedenken gegenüber dem Vorhaben. Eine Teilfinanzierung durch die Europäische Investitionsbank (EIB) gilt daher als aussichtslos.

(Financial Times Deutschland vom 21.9.07, Seite 11)

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