PwC-Zentrale distanziert sich von russischer Tochter

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Die Russische Regierung bedrängte PwC zuletzt massiv, die Yukos-Prüfberichte, die sie im Auftrag des Unternehmens angefertigt hatten, selbst anzuzweifeln. Nun gab das Unternehmen nach und legitimiert dadurch wider besseren Wissens die Zerschlagung des Yukos-Konzerns. Die Berichte von Mitte der Neunziger Jahre bis 2004 können damit auch nicht mehr im Verfahren gegen den ehemaligen Vorstandsvorsitzenden Mikhail Chodorkowskij herangezogen werden.
Durch das Vorgehen des Kremls wird eines überdeutlich: Es gab und gibt keine Beweise die die Zerschlagung des Yukos-Konzerns rechtfertigen.

Lesen Sie hierzu einen Artikel der FTD:

PricewaterhouseCoopers (PwC) steht nach dem Zurückziehen von Prüfberichten für den insolventen russischen Ölkonzern Yukos im Zentrum der Kritik. Die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft hatte am Wochenende beschlossen, Prüfberichte über einen Zeitraum von zehn Jahren zurückzuziehen.

Die Betroffenen reagierten verärgert über den Schritt von PwC, andere mutmaßten, welche Auswirkungen für das globale Image des Unternehmens zu erwarten sind. Alle fragten sich indes, welche neuen Informationen PwC wohl erhalten hatte, die den Wirtschaftsprüfer zu diesem drastischen Schritt veranlassten. Nur der Liquidator ist berechtigt, diese Informationen zu veröffentlichen. Ex-Yukos-Chef Steven Theede und der ehemalige Yukos-Finanzvorstand Bruce Misamore sagten, es sei "nicht vorstellbar", dass es neue Informationen gebe, die PwC nicht vorgelegen hatten. "Die Informationen, die PwC zur Verfügung gestellt worden waren, waren vollständig, übervollständig und korrekt". PwC hatte uneingeschränkten Zugang zum Unternehmen und den Tochtergesellschaften, und sie führten regelmäßig eigene Prüfungen durch und überprüften ihre eigene Arbeit", so die beiden Ex- Yukos-Manager.

"Das ist Behinderung der Justiz", sagte Robert Amsterdam, ein Anwalt, der Michail Chodorkowskij vertritt. "Wir agieren in einem Informationsvakuum." Bis die Gründe für die Entscheidung von PwC deutlicher seien, könne man nicht abschätzen, wie groß der Rückschlag ist, den Gerichtsklagen im Fall Yukos gegen den russischen Staat dadurch erlitten haben, dass die Unterlagen zurückgezogen wurden", sagte Amsterdam. PwC habe nicht nur als Buchprüfer für Yukos gearbeitet, sondern auch als Berater beim Erstellen der Handelsstrukturen des Konzerns. "Sie waren einzigartig informiert und vertraut mit den Prüfungsunterlagen, mit denen sie gearbeitet haben."

Ein in Russland agierender ausländischer Investor sagte: "Das sind Mafia- Zustände. Wenn man sie genügend bedroht, ziehen sie für zehn Jahre die Unterlagen zurück."

"PwC hätte für seinen Ruf nichts Schlimmeres tun können", sagte der ehemalige Yukos-Vorstand Alexander Temerko. PwC International distanzierte sich gestern vom Schritt seiner Russland-Sparte. Die Entscheidung sei einzig und allein von der russischen Partnerschaft getroffen worden, so der Konzern. Manager bei PwC International seien jedoch informiert gewesen, bevor die Berichte zurückgezogen wurden.

(Financial Times Deutschland vom 26.6.07, Seite 3)

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