Spiegel Online meldet: Wegen kritischer Berichte wurde der russischen Journalistin Jelena Tregubowa schon vor Jahren die Kreml-Akkreditierung entzogen. Jetzt fürchtet die Putin-Kritikerin um ihr Leben - und hat in Großbritannien um politisches Asyl gebeten.
"Mein Leben ist in Gefahr", sagte Jelena Tregubowa dem Radiosender Echo von Moskau. Sie habe weder die Absicht zu schweigen noch sich zu verstecken. Deswegen habe sie gestern in Großbritannien Asyl beantragt und warte nun auf die Entscheidung der Behörden, sagte die 33-Jährige.Der Korrespondentin war im Jahr 2000 ihre Kreml-Akkreditierung entzogen worden, nachdem sie sich geweigert hatte, ihre Artikel zum Gegenlesen vorzulegen.
Die Kritikerin von Präsident Wladimir Putin ist Autorin eines Polit-Bestsellers, der auf deutsch unter dem Titel "Die Mutanten des Kreml" erschien. Darin beschrieb sie ihre Arbeit als Kreml-Korrespondentin der Zeitung "Kommersant" und ihre Treffen mit Putin. Das Buch enthüllte auch die strenge Zensur, die die Putin-Regierung ausübt. Nach Erscheinen der russischen Ausgabe war sie Anfang 2004 nur knapp einem Sprengstoffanschlag auf ihre Wohnung entgangen. "Kommersant" berichtete heute, die Ermittlungsbehörden hätten keine Kenntnis von Drohungen gegen Tregubuwa.
Nach Angaben des International Press Instituts (IPI) wurden seit dem Jahr 2000 in Russland mehr als 20 Journalisten getötet. Im Oktober 2006 wurde die russische Journalistin Anna Politkowskaja in ihrem Haus in Moskau erschossen. Sie hatte unter anderem über die Korruption in Russland sowie über Menschenrechtsverstöße in Tschetschenien berichtet und Putin offen kritisiert.
Lesen Sie hierzu auch den Bericht des Focus: Putin-Kritikerin beantragt Asyl
Leave a comment