Thomas Dudek schreibt über den Chodorkowski Prozess.
Anfang Februar gab die russische Staatsanwaltschaft bekannt, gegen den schon inhaftierten Ex-Oligarchen Michail Chodorkowski ein neues Verfahren wegen "Aneignung ihm anvertrauten Eigentums" und Geldwäsche zu eröffnen. Damit drohen Chodorkowski bis zu 15 Jahre mehr Haft. Doch hinter dem neuen Verfahren dürfte vor allem politisches Kalkül stecken, denn in diesem und nächsten Jahr finden in Russland Wahlen statt, bei denen mit einem Engagement Chodorkowskis zu rechnen gewesen wäre. Gleichzeitig spiegelt Chodorkowskis Schicksal auch das der in Russland tätigen NGOs wieder, die vom Kreml bei ihrer Arbeit behindert werden. Aus einem simplen Grund: Hinter jeder unabhängigen Organisation vermutet der Kreml eine Gefahr für die eigene Macht.
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